Mittwoch, 13. November 2019

Signa Holding als Käufer von Migros-Tochter gehandelt Greift René Benko bei Globus-Warenhäusern zu?

Migros will die Globus-Warenhäuser verkaufen

Der Verkauf der Warenhauskette Globus geht in die heiße Phase. Ende November seien die Angebote für die im Umbau steckende Gesellschaft fällig, berichtete Reuters. Offerten aus dem Inland und dem Ausland werden erwartet.

Als einer der heißen Kandidaten wird die Signa-Gruppe des österreichischen Investors Rene Benko gehandelt. Benko hat bereits bei der deutschen Warenhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof das Sagen. Eine Erweiterung dürfte gut ins Geschäft passen, vermuten Insider. Noch Besitzer der Globus-Warenhäuser ist die Schweizer Handelskette Migros, die die Investmentbank Alantra und den Immobilienberater CBRE mit dem Verkauf betraut haben soll.

Rene Benko wird als Kandidat für die Globus-Warenhäuser gehandelt

Der zweitgrößte Schweizer Einzelhändler hatte im Juni angekündigt, vier Töchter verkaufen zu wollen. Für Globus, die Dekorationswaren-Firma Depot, den Möbelhändler Interio und den Elektrorad-Händler m-way gebe es bessere Eigentümer als die vor allem im Lebensmittelgeschäft starke Migros, hieß es damals. Für m-way hat Migros inzwischen einen neuen Besitzer gefunden. "Die Prozesse für Globus, Interio und Depot sind wie geplant im Gang", sagte ein Migros-Sprecher.

Globus, die 2018 einen Umsatzrückgang auf 808 Millionen Franken verbuchte, schreibt derzeit Verluste. Mit Investitionen ins Online-Geschäft und dem Ausbau des Angebots an hochpreisigen Produkten will Firmenchef Thomas Herbert die Firma wieder in die schwarzen Zahlen führen. Migros zufolge sind hierfür jedoch Ausgaben im dreistelligen Millionen-Bereich notwendig.

Es sei offen, ob der Verkauf von Globus mit oder ohne Immobilien erfolgen werde, so ein Sprecher. Einem der Insider zufolge würde der Konzern am liebsten alles als Paket verkaufen. Globus betreibt insgesamt 49 Standorte. In vier größeren Städten besitzt Migros auch die Immobilien.

Warenhäuser rund um den Globus kämpfen mit Gegenwind, denn viele Kunden kehren Innenstädten und Warenhäusern den Rücken und bestellen lieber bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando.

Dutzende von Parteien hätten unverbindlich Interesse an Globus angemeldet, sagte ein Insider. Doch nur eine Handvoll dürfte tatsächlich als Käufer infrage kommen. Der einzige, der öffentlich den Hut in den Ring geworfen hat, ist Globus-Chef Herbert. Er und weitere Führungskräfte könnten eine Übernahme einschließlich der Immobilien allerdings nur zusammen mit einem Finanzinvestor stemmen. Er habe weiterhin Interessen an einem Management Buy out, sagte eine Globus-Sprecherin.

"Die Migros wird den neuen Eigentümer von Globus sehr sorgfältig auswählen und hat eine klare Präferenz für einen Investor, welcher in das Unternehmen investiert, dieses weiterentwickelt und in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterhin erfolgreich betreibt", erklärte ein Sprecher.

Auch für Depot, die insbesondere in Deutschland und Österreich tätig ist, sei der Verkaufsprozess angelaufen, sagten mit der Situation vertraute Personen. Diese Transaktion organisiere die Investmentbank DC Advisory, hieß es. DC Advisory, Alantra, CBRE und Signa wollten sich nicht äußern.

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