Dienstag, 25. Februar 2020

Rasantes Wachstum der Logistiksparte Wie Amazon an der Postfiliale der Zukunft baut

Amazon Hub Locker: Auch Amazon setzt mittlerweile auf "bemannte" Annahmestationen

Es war letztlich nur ein Machtspiel. Klein - aber effektiv. Als Amazon im Dezember verkündete, dass externe Händler ab sofort keine Prime-Päckchen mehr über FedEx verschicken dürften, war das für den ohnehin angeschlagenen US-Logistiker ein herber Rückschlag. Als Begründung führte der Onlinehändler an, dass der Logistiker den Anforderungen nicht mehr genügt habe. Allerdings hatte FedEx, das Amazon mittlerweile auch offiziell als Konkurrenten ansieht, zuvor seinerseits einen Express-Liefervertrag mit Amazon nicht verlängert.

Mittlerweile hat Amazon den Fedex-Bann für externe Händler wieder aufgehoben. Und seine Position im Logistikmarkt weiter gestärkt. Mit 3,5 Milliarden zugestellten Paketen 2019, mehr als 800 Partnerunternehmen und 75.000 Fahrern alleine in den USA, hat sich der Onlinehändler innerhalb weniger Jahre zu einem der führenden Logistiker entwickelt.

Und dürfte Experten zufolge weiter massiv wachsen. So schätzt JP Morgan, dass Amazon in den USA bereits etwa die Hälfte seiner Pakete selbst verschickt. Und das offenbar deutlich schneller und günstiger als über die Konkurrenz. Zudem dürfte sich deren Menge bis 2022 um durchschnittlich 68 Prozent pro Jahr auf dann 6,5 Milliarden Pakete fast verdoppeln, so JP Morgan.

Im Ausland - beispielsweise in Großbritannien - bietet Amazon seine Logistik-Dienste mittlerweile sogar externen Unternehmen an. Für die 2016 noch unter dem Label "Prime Air" gestartete Fluglinie Amazon Air sind mittlerweile 50 Transportflugzeuge unterwegs. Bis 2021 sollen es 70 sein.

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