Dienstag, 16. Juli 2019

Insolventer TV-Hersteller Loewe-Beschäftigte dürfen hoffen

Loewe-Stand bei der Elektronikmesse IFA in Berlin (Archivbild)
Foto: Rainer Jensen/dpa
Loewe-Stand bei der Elektronikmesse IFA in Berlin (Archivbild)

Für dem insolventen TV-Hersteller gibt es offenbar Chancen auf einen Neubeginn. Zehn mögliche Käufer sollen Interesse an dem Unternehmen bekundet haben, heißt es in einem Bericht.

Bei Loewe steht die Produktion seit einigen Tagen, die Mitarbeiter im oberfränkischen Kronach sind derzeit größtenteils freigestellt. Doch vielleicht können sie bald an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Denn laut einem Zeitungsbericht gibt es doch noch mehrere Interessenten für den insolventen TV-Hersteller. Es lägen zehn Interessenbekundungen vor, die noch im Detail geprüft werden müssten, sagte Insolvenzverwalter und Sanierungsexperte Rüdiger Weiß der "Welt am Sonntag". "Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Ende Oktober etwas hinbekommen."

Komme es zum Abschluss, dann zeichne sich ein kompletter Neustart ab, ohne die Schulden und Belastungen der bisherigen Loewe Technologies. "Die angemeldete Insolvenz ist auch eine Chance, weil die Altlasten abgeschnitten werden", sagte Weiß. Er schätzt, dass die Gläubiger im Insolvenzverfahren Forderungen über etwa 50 bis 70 Millionen Euro anmelden werden.

Namen müssen vorerst geheim bleiben

Der Insolvenzexperte und Rechtsanwalt darf der Zeitung zufolge zwar keine Namen von Interessenten nennen. Er deutete aber an, dass es sich im Gegensatz zu den zwei Finanzinvestoren, die zuvor Eigentümer waren, nunmehr um Branchenunternehmen aus Deutschland und dem Ausland handele. "Es sind Interessenten, die auf die Marke und den Mythos Loewe setzen", sagte Weiß. Damit könnte die Positionierung von Loewe als Anbieter im Premium- und Mittelbereich mit einem Fertigungsstützpunkt in Deutschland erhalten bleiben.

Loewe hatte zum 1. Juli Insolvenz angemeldet. Von zuletzt 460 Beschäftigten sind die meisten freigestellt. Für Loewe ist es die zweite existenzbedrohende Krise innerhalb weniger Jahre. Die Firma habe zuletzt tief in den roten Zahlen gesteckt, hatte Weiß zuletzt gesagt. Um schwarze Zahlen zu schreiben, wäre ein Umsatz von 180 Millionen Euro nötig gewesen, tatsächlich seien es nur rund 110 Millionen Euro gewesen.

Bei einem Neustart könnten auch die Gehälter neu verhandelt werden. Die bisherigen Gehaltsstrukturen von Loewe passten nicht in die nordbayerische Region, sagte Insolvenzverwalter Weiß der Zeitung zufolge.

rei/yes/SPIEGEL ONLINE

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