Kooperation mit Getir Lieferando liefert jetzt auch Lebensmittel

Bisher ist die Just-Eat-Takeaway-Tochter nur bekannt für ihre Essensbestellungen. Doch nun hat Lieferando eine Kooperation mit dem türkischen Schnell-Lebensmittellieferdienst Getir geschlossen.
Kooperation mit Getir: Lieferando-Chefin Katharina Hauke hat wieder einen Lebensmittellieferdienst gefunden

Kooperation mit Getir: Lieferando-Chefin Katharina Hauke hat wieder einen Lebensmittellieferdienst gefunden

Foto: Just Eat Takeaway

Die Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway kooperiert mit dem Lebensmittelzusteller Getir. Ab kommender Woche sollen sämtliche Produkte des türkischen Lieferdienstes in der Lieferando-App verfügbar sein, teilte Just Eat Takeaway am Donnerstag in Amsterdam mit. Ausgeliefert würden die Bestellungen dann aus Getir-Warenhäusern von deren Fahrerinnen und Fahrern. Gelistet würden auf der Lieferando-Plattform künftig insgesamt rund 2000 Produkte von Getir aus sämtlichen Standorten des Unternehmens in Deutschland.

"Gemeinsam mit Getir erweitern wir unser Angebot um Tausende Produkte und können jetzt in sieben Städten eine noch größere Auswahl an Lebensmitteln und Convenience-Produkten anbieten", sagte Lieferando-Chefin Katharina Hauke. Die Kooperation solle in den kommenden Wochen auf weitere europäische Länder wie Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich ausgeweitet werden.

Nachdem die bisherigen Kooperationen von Lieferando in Deutschland mit den sogenannten Schnell-Lebensmittellieferdiensten (Quick Commerce) in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen gescheitert waren, hat der Lieferdienst nun wieder einen Partner gefunden. Bereits vergangenes Jahr hatte Just Eat Takeaway als Reaktion auf den damaligen Deutschland-Start von Foodpanda verkündet, ebenfalls diese Dienstleistungen anbieten zu wollen. Seither passierte aber wenig. Foodpanda wurde in Deutschland nach nur rund sechs Monaten wieder eingestampft.

Getir an Gorillas interessiert

Der Markt für Lieferdienste steht derzeit erheblich unter Druck und konsolidiert sich. Die Anbieter sind nach wie vor hoch defizitär, doch die Investoren achten zunehmend auf Profitabilität als auf bloßes Umsatzwachstum. Viele Unternehmen haben deshalb Mitarbeiter entlassen und weniger lukrative Warenlager geschlossen.

Das 2015 in Istanbul gegründete Quick-Commerce-Unternehmen Getir wird in diesem Jahr wohl 1,1 Milliarden US-Dollar verbrennen. Nichtsdestotrotz will Getir nach Informationen des manager magazins den Berliner Konkurrenten Gorillas übernehmen. In Deutschland ist der türkische Dienst bislang in deutlich weniger Städten vertreten als die Delivery-Hero-Beteiligung Gorillas, Getir würde somit an Bedeutung gewinnen. In Großbritannien gilt Getir als Marktführer.

Just Eat Takeaway wurde im Jahr 2000 von Konzernchef Jitse Groen (44) gegründet. Inzwischen ist daraus ein Konzern mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro (2021) und rund 5500 Mitarbeitern, mithin einer der größten Anbieter der Welt geworden. Gewinn erwirtschaften aber auch die Niederländer nicht. Just Eat Takeaway hatte bereits in Spanien mit Gorillas kooperiert, die Zusammenarbeite wurde aber wieder beendet.

mg/dpa-afx, Reuters
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