Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway boomt noch stärker als erwartet

Die Essenslieferdienste zählen zu den größten Gewinnern der Corona-Krise. Noch stärkere Geschäftszahlen als erwartet liefert der niederländische Konzern Just Eat Takeaway, der den deutschen Markt mit Lieferando dominiert.
Boomgeschäft: Kurier der Just-Eat-Takeaway-Tochter Lieferando in Berlin

Boomgeschäft: Kurier der Just-Eat-Takeaway-Tochter Lieferando in Berlin

Foto:

STEFAN ZEITZ / imago images/Stefan Zeitz

Die Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway hat 2020 von der Corona-Pandemie profitiert und operativ deutlich mehr Gewinn eingefahren als erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte auf vergleichbarer Basis von 217 Millionen Euro im Vorjahr auf 256 Millionen zu, wie die Niederländer am Mittwoch in Amsterdam mitteilten. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 239 Millionen Euro gerechnet. Die Werte auf vergleichbarer Basis beziehen sich auf die Übernahme von Just Eat im April 2020. Die Ergebnisse werden so dargestellt, als ob der Zusammenschluss bereits Anfang 2019 stattgefunden hätte.

Im Jahresverlauf hatte Takeaway nach Just Eat auch den Kauf des US-Rivalen Grubhub in Angriff genommen. Der Abschluss der Grubhub-Transaktion wird weiter für das erste Halbjahr 2021 erwartet. Unter dem Strich sorgten die mit den Übernahmen in Verbindung stehenden Kosten jedoch für einen höheren Verlust von 151 Millionen Euro, das waren 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg 2020 wie bereits bekannt auf vergleichbarer Basis um mehr als die Hälfte auf 2,4 Milliarden Euro.

Der Corona-Schub machte sich laut den endgültigen Zahlen bei den Bestellungen prozentual noch mehr bemerkbar als zunächst berichtet: Sie stiegen auf vergleichbarer Basis um 42 Prozent auf 588 Millionen. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2021 erwartet der Vorstand, dass sich das Wachstum weiter beschleunigt. Die gute Entwicklung aus dem vierten Quartal soll sich damit fortsetzen.

Just Eat Takeaway ist vor allem in Europa, Australien, Brasilien und Kanada vertreten. Delivery Hero konzentriert sich derweil neben kleineren europäischen Märkten vor allem auf Asien, den Nahen Osten und Nordafrika. Aus dem deutschen Markt hatte sich der inzwischen in den Dax aufgestiegene Berliner Konzern 2019 zugunsten von Just Eat Takeaway zurückgezogen.

ak/dpa-afx