Sonntag, 8. Dezember 2019

Schwarz-Gruppe baut eigene Kaffeeproduktion auf Lidl-Mutter röstet Kaffee künftig selbst

Schwarz-Gruppe investiert in eigene Kaffeeproduktion
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Schwarz-Gruppe investiert in eigene Kaffeeproduktion

Die Schwarz-Gruppe, die mit Lidl und Kaufland zu den größten Lebensmittelhändlern in Deutschland gehört, baut eine eigene Kaffeeproduktion auf. In der Stadt Rheine im Münsterland soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines entsprechenden Werkes begonnen werden. "Wir können bestätigen, dass wir ein Grundstück erworben haben in Rheine, um dort eine Kaffeeproduktion aufzubauen", sagte ein Sprecher der Schwarz-Gruppe am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur.

In dem geplanten neuen Werk solle Rohkaffee geröstet und zu Produkten verarbeitet werden, die unter den eigenen Marken den Verbrauchern angeboten werden. Die Schwarz-Gruppe stellt bereits in verschiedenen Bereichen Lebensmittel selbst her. Zur Höhe der Investition für das Werk Rheine wollte er sich nicht äußern.

Die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) berichtete von Umsätzen in dreistelliger Millionenhöhe: Von schätzungsweise 400 Millionen Euro Umsatz mit Kaffeeprodukten bei Lidl entfielen rund 150 Millionen Euro auf Eigenmarken, deren Bohnen bei von Unternehmen wie Minges, Westhoff und Melitta geröstet würden. Die Schwarz-Gruppe selbst nannte dazu keine Zahlen.

Lidl wäre nicht der erste Discounter mit eigener Kaffeerösterei. Auch Aldi Süd betreibt der LZ zufolge bereits seit Jahrzehnten zwei eigene Röstereien. Zusammen mit Aldi Nord sollen die Discounter jährlich etwa 450 Millionen Euro mit ihren Eigenmarken umsetzen.

Im Handel gilt Kaffee als Frequenzbringer. Experten sehen eine eigene Produktion auch als Wettbewerbsvorteil an. So steckte Lidl auch schon in der Vergangenheit viel Geld in eigene Produktionsstätten wie zum Beispiel in den Ausbau der eigenen Backwaren und zuletzt in ein eigenes Eiscreme-Werk.

dpa/akn

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