Freitag, 26. April 2019

Millionengeschäft Lidl plant eigene Kaffeerösterei

Lidl will offenbar eigene Kaffeerösterei aufbauen
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Lidl will offenbar eigene Kaffeerösterei aufbauen

Der Discounter Lidl will angeblich seinen Kaffee künftig selber rösten. Wie die "Lebensmittelzeitung" (LZ) diese Woche berichtet,prüfe der Discounter derzeit intensiv den Aufbau einer eigenen Rösterei für seine Eigenmarken. Die Pläne befänden sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Auf Nachfrage bei der Schwarz-Gruppe wollte sich das Unternehmen dem Artikel zufolge nicht äußern.

Laut LZ setzt Lidl rund 400 Millionen Euro mit Kaffee um, 150 Millionen Euro entfielen dabei auf die Eigenmarken, deren Bohnen von Unternehmen wie Minges, Westhoff und Melitta geröstet werden. Sollte sich Lidl und die dahinter stehende Schwarz-Gruppe für den Aufbau einer eigenen Kaffeerösterei Entscheidungen, gingen den Partnerunternehmen deutliche Einnahmen verloren, während bei Lidl hohe Investitionen anstünden. Die LZ geht von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus.

Lidl wäre nicht der erste Discounter mit eigener Kaffeerösterei. Auch Aldi Süd betreibt der LZ zufolge bereits seit Jahrzehnten zwei eigene Röstereien. Zusammen mit Aldi Nord sollen die Discounter jährlich etwa 450 Millionen Euro mit ihren Eigenmarken umsetzen. Im Handel gilt Kaffee als Frequenzbringer. Experten sehen eine eigene Produktion auch als Wettbewerbsvorteil an. So steckte Lidl auch schon in der Vergangenheit viel Geld in eigene Produktionsstätten wie zum Beispiel in den Ausbau der eigenen Backwaren und zuletzt in ein eigenes Eiscreme-Werk.

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Die Überlegungen in die Kaffeerösterei einzusteigen, kommen zu einen Zeitpunkt, an dem im Markt auffallend viel Bewegung herrscht und die beiden Branchengrößen Nestlé und Reimann tatkräftig kämpfen. So gehören zum Kaffee- und Frühstücksimperium der deutschen Milliardärsfamilie Reimann Marken wie Jacobs Douwe Egberts und die Ketten Balzac, Baresso, Doughnuts. Jüngst stärkte Reimann sein Geschäft mit Kaltgetränken. Während Limonadenspezialist Coca Cola mit der Übernahme der zweitgrößte Kaffeekette der Welt, Costa Coffee, von der britischen Restaurant- und Hotelkette Whitbread ins Kaffeegeschäft einstieg. Und Platzhirsch Nestlé (Nescafé, Nespresso) übernahm jüngst für knapp sechs Milliarden Dollar das Handelsgeschäft von Starbucks.

akn

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