Vorbild Amazon Lidl-Mutter Schwarz steigt ins Cloud-Geschäft ein

Seit drei Jahren betreibt die Schwarz-Gruppe erfolgreich ihre eigene Cloud. Jetzt bietet der Lidl-Mutterkonzern die Dienste seiner Plattform Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung an – als Alternative zu den großen US-Playern Amazon und Microsoft.
Mehr als Lebensmittel: Lidl will seine Cloud-Dienste künftig vermarkten und lobt sie als sichere Lösung "Made in Germany"

Mehr als Lebensmittel: Lidl will seine Cloud-Dienste künftig vermarkten und lobt sie als sichere Lösung "Made in Germany"

Foto: Marijan Murat / dpa

Die Schwarz-Gruppe, die die Handelsketten Lidl und Kaufland betreibt, bietet künftig ihre IT-Infrastruktur als Dienstleistung auf dem Markt an. Das kündigte das Unternehmen am Freitag in Neckarsulm an. Der deutsche Discounter-Konzern folgt damit im kleinen Maßstab dem Vorbild des Handelsriesen Amazon, der seit 2006 seine IT-Infrastruktur über die Tochtergesellschaft AWS als Cloud-Service anbietet. AWS ist inzwischen neben Microsoft Azure und Google Cloud der weltweit führende Provider von Rechenleistung und Speicherplatz im Internet.

Die Schwarz-Gruppe startet ihr Angebot mit der Cloud-Plattform Stackit für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen. "Mit diesem Angebot ebnen wir aus Deutschland heraus den Weg einer europäischen Cloud-Lösung und stärken die digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft", sagte Christian Müller, Vorstandsvorsitzender der Schwarz IT. Damit liefere die Schwarz-Gruppe eine Antwort auf Forderungen der Politik nach einer überzeugenden europäischen Alternative zu den Cloud-Angeboten außereuropäischer Anbieter.

"Höchste europäische Sicherheitsstandards"

Rolf Schumann, Vorstandschef von Schwarz Digital, betonte: "Mit Stackit wird erstmals eine Cloud-Lösung verfügbar, die zu 100 Prozent 'Made in Germany' ist und sich an den hohen Anforderungen sowie am Sicherheitsbedarf der Unternehmen und Verwaltungen orientiert."

Die Rechenzentren von Stackit befinden sich nach Angaben des Unternehmens in Deutschland und erfüllen "höchste europäische Sicherheitsstandards". Innerhalb der Schwarz-Gruppe sei diese Lösung seit drei Jahren im Einsatz und habe dort ihre Zuverlässigkeit auch zu Spitzenlastzeiten unter Beweis gestellt. In der IT-Tochter der Schwarz-Gruppe sind rund 4000 Mitarbeiter beschäftigt.

Schwarz' IT wird neben kompletten Cloud-Diensten auch sogenannte Colocation-Services anbieten. Dabei betreiben die Kunden ihre eigene IT-Hardware in zwei Rechenzentren der Schwarz-Gruppe in Deutschland und Österreich, ohne sich selbst um eine geeignete und sichere Umgebung kümmern zu müssen.

Die Schwarz-Gruppe wolle in den nächsten Monaten laut "Handelsblatt" mehrere Millionen Euro in die Vermarktung des nun auch öffentlich zugänglichen Cloud-Angebots investieren.

rei/dpa-afx