Samstag, 20. Juli 2019

Näher an die Kunden Amazon denkt über eigene Läden nach

Radio-Shack-Filiale: Amazon wird als möglicher Nachmieter gehandelt

Der Onlinehändler Amazon will Apple Paroli bieten und näher an die Verbraucher ran. Die Idee: Eigene Läden, in denen Kunden die Amazon-Produkte selbst ausprobieren können. Die erste "bemannte" Servicestation soll schon bald an den Start gehen.

Hamburg - Tablets, ein eigenes Smartphone, mitdenkende Lautsprecher, TV-Boxen, Produktscanner zum Bestellen - mit einem reinen Onlinehändler hat Amazon Börsen-Chart zeigen schon lange nichts mehr zu tun. Doch anders als beim Konkurrenten Apple Börsen-Chart zeigen haben Amazon-Kunden bislang keine Möglichkeit, die Geräte des Konzerns im Laden anzufassen und auszuprobieren. Ein Problem, das Amazon offenbar angehen will.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg denkt Amazon darüber nach, Läden der kriselnden Elektronikkette Radio Shack zu übernehmen. Der einst bedeutende US-Elektronikhändler mit rund 4000 Niederlassungen steht Medienberichten zufolge kurz vor der Insolvenz und soll angeblich bereits mit Interessenten über Filialübernahmen verhandeln.

Filialen könnten auch als Abholstationen dienen

Laut Bloomberg erwägt Amazon, die Läden nicht nur als Austellungsort für seine Hardware zu nutzen, sondern auch als Anlaufstelle, bei der Online-Kunden bestellte Ware abholen oder abgeben können. Ein Modell, wie es in Russland auch der Onlineversender Ulmart nutzt.

Sollte sich Amazon tatsächlich zur Übernahme mehrerer Radio-Shack-Filialen entschließen und auch den Zuschlag bekommen, wäre dies der massivste Schritt ins Stationäre, den Amazon bislang gewagt hat.

Bislang betrieb der Technologie-Konzern immer wieder einzelne Pop-up-Stores. Zudem unterschrieb er vor kurzem einen Leasingvertrag für einen großen Komplex in Manhattan. Was genau Amazon damit vorhat, ist aber noch immer unklar.

Este "bemannte" Niederlassung an US-Uni angekündigt

Dass der Onlinehändler offenbar fest entschlossen ist, näher an die Kunden zu rücken, zeigt jedoch eineMitteilung vom Dienstag. Darin kündigte Amazon an, an der Purdue-Universität in Indiana seine erste mit Mitarbeitern besetzten Servicestation einzurichten, bei der Kunden bestellte Ware abholen und abgeben können. Weitere Niederlassungen sind geplant.

Ob Amazon - so der Konzern denn wirklich will - bei Radio Shack zum Zuschlag kommt, ist indes offen. Für die Läden soll es nämlich zahlreiche andere Interessenten geben. Darunter der Telefonanbieter Sprint Börsen-Chart zeigen und laut Bloomberg auch die Investmentgruppe hinter dem US-Geschenkartikler Brookstone. Alleine Sprint soll an 1300 bis 2000 der 4000 Radio-Shack-Läden interessiert sein. Zu dem Bericht wollte sich laut Bloomberg allerdings keines der betroffenen Unternehmen äußeren.

Während das auch stationär vertriebene Lesegerät Kindle ebenso hierzulande ein großer Erfolg ist, hat sich das Fire Phone bislang als ziemlicher Ladenhüter erwiesen. Ein Misserfolg, von dem sich Amazon Chef Jeff Bezos allerdings nicht entmutigen lassen will.

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