Finanzinvestor KKR kassiert 1,6 Milliarden Euro Dieser Mann kauft WMF und zeigt viel Respekt

Bekannte Marken Moulinex, Krups und Rowenta vereinen die Franzosen längst unter ihrem Dach. Vor einer Woche kam Emsa hinzu, jetzt kauft die Gruppe SEB auch WMF - für rund 1,6 Milliarden Euro. Die neuen Eigentümer zeigen viel Respekt für das deutsche Traditionsunternehmen.
"Wir haben hohen Respekt für dieses großartige Unternehmen", sagt Thierry de La Tour d'Artaise. Der Chef des französischen Küchen- und Elektrogeräte-Konzerns SEB interessiert sich anders als die anderen zahlreichen Bieter auch für das traditionelle Geschäft von WMF mit Töpfen, Pfannen, Besteck und Kleingeräten Die gut 5700 Beschäftigten von WMF auch in den 200 WMF-Läden werden das wohl mit Beruhigung zur Kenntnis nehmen.

"Wir haben hohen Respekt für dieses großartige Unternehmen", sagt Thierry de La Tour d'Artaise. Der Chef des französischen Küchen- und Elektrogeräte-Konzerns SEB interessiert sich anders als die anderen zahlreichen Bieter auch für das traditionelle Geschäft von WMF mit Töpfen, Pfannen, Besteck und Kleingeräten Die gut 5700 Beschäftigten von WMF auch in den 200 WMF-Läden werden das wohl mit Beruhigung zur Kenntnis nehmen.

Foto: REUTERS

Der schwäbische Besteck-, Töpfe- und Kaffeemaschinenhersteller WMF wird französisch. Die für Küchengeräte-Marken wie Moulinex und Krups bekannte Groupe SEB  aus Lyon lässt sich die Übernahme fast 1,6 Milliarden Euro kosten, wie sie am sie am späten Montagabend mitteilte.

Die Franzosen haben es vor allem auf das Geschäft von WMF mit Kaffeeautomaten für Restaurants und Bäckereien abgesehen, in dem das Unternehmen aus Geislingen an der Steige unangefochtener Weltmarktführer ist.

Auch chinesische Bieter und die schwedische Electrolux hatten Insidern zufolge um WMF gebuhlt. Der US-Finanzinvestor KKR hatte die Firma vier Jahre nach dem Einstieg wieder zum Verkauf gestellt. Für ihn entpuppte sich WMF  als sehr lukratives Geschäft.

Anders als in vielen anderen Fällen kommt dieser Deal bei den Investoren des übernehmenden Unternehmens gut an: Die Aktien der für Moulinex und Krups bekannten Gruppe sprangen an der Börse in Paris um gut 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 108 Euro. Analyst Cedric Rossi von der Investmentbank Bryan Garnier bezeichnete den Deal als zweite gute Nachricht innerhalb weniger Tage. Die bislang größte Übernahme für SEB bringe den Franzosen erhebliche Wettbewerbsvorteile, der Konzern überhole dadurch seinen größten Rivalen Philips . Positiv sei, dass die Akquisition ohne eine Kapitalerhöhung gestemmt werde.

WMF hat den Umsatz im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert, der operative Gewinn (Ebitda) lag bereinigt um Sondereffekte bei 118 Millionen Euro. 2016 soll er auf 140 Millionen Euro steigen. Das Kaffee-Geschäft trägt nur 37 Prozent zum Umsatz bei, steht aber für den Löwenanteil des Gewinns. Das 1853 gegründete Traditionsunternehmen beschäftigt rund 5700 Mitarbeiter.

Franzosen finanzieren Milliardenübernahme mit Kredit

SEB, 1925 als Societe d'Emboutissage de Bourgogne gegründet, kommt mit dem Zukauf von WMF auf 5,8 Milliarden Euro Umsatz und ein Ebitda von 651 Millionen Euro. Weil die Schwaben eine höhere Umsatzrendite erwirtschaften, rechnen die Franzosen mit einem Schub für ihren Gewinn je Aktie. Von 2020 an sei mit Einspar- und Umsatzeffekten von 40 Millionen Euro zu rechnen. Finanziert wird die Übernahme auf Kredit. SEB zahlt 1,02 Milliarden Euro und übernimmt 565 Millionen Euro Schulden von WMF.

Smarte Küchengeräte: Das deutsche Vorzeigeunternehmen WMF wird für umgerechnet 1,6 Milliarden Euro verkauft.

Smarte Küchengeräte: Das deutsche Vorzeigeunternehmen WMF wird für umgerechnet 1,6 Milliarden Euro verkauft.

Foto: Cook Assist

Anders als zahlreiche andere Bieter interessiert sich SEB auch für das traditionelle Geschäft von WMF mit Töpfen, Pfannen, Besteck und Kleingeräten (Schaerer, Silit) sowie für die rund 200 eigenen WMF-Läden. SEB habe "hohen Respekt für dieses großartige Unternehmen", mit dem es Kultur und Werte teile, sagte Konzern-Chef Thierry de La Tour d'Artaise. Erst vor einer Woche hatte SEB den westfälischen Isolierkannen-Hersteller Emsa geschluckt.

Erst vor einer Woche den deutschen Markenhersteller Emsa geschluckt

Der Verkäufer und Finanzinvestor KKR hat mit WMF ein äußerst lukratives Geschäft gemacht. KKR habe seinen Kapitaleinsatz mehr als verdreifacht, heißt es in Finanzkreisen. Als KKR 2012 bei WMF einstieg, wurde das Unternehmen erst mit 600 Millionen Euro bewertet. An die Kleinaktionäre und den schweizerischen Großaktionär CapVis zahlte KKR zusammen 470 Millionen Euro. Der zweite Großaktionär, der österreichische Unternehmer Andreas Weißenbacher (BWT), ließ sich später in Anteilen an der Holding abfinden, über die KKR die WMF hält. Er profitiert damit auch vom Weiterverkauf.

rei/Reuters
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