Mittwoch, 20. November 2019

Kettler stellt Hunderte Mitarbeiter frei Kettcar-Produktion wird eingestellt

Kettcar stellt die Produktion ein. In der heutigen Größe sei sie in Deutschland nicht mehr profitabel.

Der Kettcar-Hersteller Kettler stellt die Fertigung ein. Noch in dieser Woche würden voraussichtlich 400 der verbliebenen rund 550 Mitarbeiter freigestellt, sagte der Rechtsanwalt Martin Lambrecht, der die Kettler-Unternehmensführung im Insolvenzverfahren berät, der Deutschen Presse-Agentur. Die übrigen Mitarbeiter würden vorläufig noch gebraucht, um die Produktion abzuwickeln. Zuvor hatten mehrere Zeitungen und der Westdeutsche Rundfunk über die geplante Schließung berichtet.

Die Beschäftigten seien am Montag auf einer Betriebsversammlung über die Schließungsentscheidung der Geschäftsführung informiert worden, sagte Lambrecht. Der Beschluss werde vom Gläubigerausschuss mitgetragen. Der Betrieb könne nicht weitergeführt reden, denn in der heutigen Größe sei die Produktion in Deutschland nicht mehr profitabel.

Ein Stück deutsches Kinder-Kulturgut: Mit dem "Kettcar" wurde die deutsche Firma Kettler in den 50er Jahren bekannt. Der Freizeitgeräte-Hersteller, der auch Fahrräder und Fitness-Geräte produziert, stellt jetzt die Produktion ein. Mindestens 15 Millionen der Kinder-Tretfahrzeuge haben sich seit Gründung verkauft.

Der Freizeitgerätehersteller kämpfte seit geraumer Zeit ums Überleben und hatte im Juli zum dritten Mal innerhalb von gut vier Jahren einen Insolvenzantrag stellen müssen.

Schon im vergangenen Jahr hing sein Schicksal am seidenen Faden. Doch sorgte der Einstieg des Finanzinvestors Lafayette im Dezember 2018 dann zunächst noch einmal für neue Hoffnung in Ense-Parsit. Auch Lafayette gelang es aber offenbar nicht, das Ruder bei dem taumelnden Traditionsunternehmen herumzureißen.

rei/dpa

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