Freitag, 26. April 2019

Streit um Preiserhöhungen Kaufland schmeißt Unilever raus

Kaufland schmeißt fast alle Produkte von Unilver aus dem Sortiment

Der Einzelhändler Kaufland listet nun endgültig weitgehend alle Produkte des Konzerns Unilever aus seinem Sortiment. Bis auf drei Eismarken werden Kunden hierzulande demnächst keine Marken mehr wie Knorr, Lipton-Tee, Pfanni, Mondamin und Domestos in den Geschäften des zur Schwarz-Gruppe (Lidl) gehörenden Einzelhändlers finden.

Hintergrund ist, dass sich die beiden Unternehmen nicht auf Preissteigerungen haben einigen können, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Die drastischen Preiserhöhungen und die einseitigen Änderungen in den Geschäftsbedingungen seien für Kaufland nicht akzeptabel, heißt es in dem Artikel.

Unilever wollte sich dazu nicht offiziell äußern, aus informierten Kreisen berichtet die Fachzeitung jedoch, dass sich Kaufland zu einem teuren Kunden entwickelt habe, seitdem der Einzelhändler nicht mehr die Wachstumsraten früherer Jahre ausweise. Deshalb habe das Management die Preise erhöht. Kaufland seinerseits wollte die Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich jedoch nicht hinnehmen und so kam es zum Bruch, ansonsten wären die Preise über Marktniveau gestiegen, hießt es.

Der Streit zwischen Kaufland und Unilever gärte indes schon seit Mai diesen Jahres. Seit September hatte Kaufland Unilever-Produkte - immerhin hat der Konzern 480 Marken im Portfolio - aus den Regalen genommen. Ähnlich hatten sich in diesem Jahr auch schon der Lebensmittelgigant Nestlé und die Edeka-Gruppe gestritten, während dessen Edeka ebenfalls Produkte des Schweizer Konzerns aus dem Sortiment nahm. Am Ende einigten sich beide Parteien - Insider sprechen davon, dass sich Edeka durchgesetzt habe. Damit aber nicht genug - derzeit hat Edeka die Marken Mars, Red Bull und Heineken aus dem Sortiment genommen - ebenfalls um bessere Lieferkonditionen zu erhalten.


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Der Lebensmitteleinzelhandel unterliegt derzeit einer Konzentrationswelle. So halten Edeka, Rewe und Lidl zusammen bereits 60 Prozent der Marktanteile in Deutschland. Im Zuge dieser Machtzunahme verhandeln die Einzelhändler um so selbstbewusster mit den Lieferanten und Produzenten bis hin zum Streit.

akn

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