Zerschlagung der Kette Bundeskartellamt bremst Kaufland im Real-Deal aus

Die Zerschlagung der Supermarktkette Real verzögert sich. Die Wettbewerbshüter haben Sorge, dass die zu Lidl gehörende Kaufland-Gruppe zu mächtig wird.
Kaufland-Filiale am Abend: Noch ist der Real-Deal nicht in trockenen Tüchern

Kaufland-Filiale am Abend: Noch ist der Real-Deal nicht in trockenen Tüchern

Foto: dpa Picture-Alliance / -/ picture alliance/dpa

Das Bundeskartellamt bremst einen der größten Handels-Deals der vergangenen Jahre. Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz Gruppe des Milliardärs  Dieter Schwarz  (81) gehört , darf die Filialen des deutlich kleineren Wettbewerbers Real nicht einfach so übernehmen. Die Behörde sehe verschiedene wettbewerbliche Probleme, teilte sie am Montag mit. So habe sie bei ihrer Prüfung im Fall von neun der bis zu 101 Real-Standorte, die Kaufland schlucken will, regionale Hürden für den Wettbewerb ausgemacht. Kaufland und der Real-Eigner, der russische Investor SCP, hätten dem Kartellamt aber Vorschläge vorgelegt, mit denen sie die Bedenken ausräumen wollen.

Damit zögert sich die Zerschlagung der Supermarktkette vorerst weiter hinaus. SCP zeigte sich allerdings optimistisch, bis zum Jahresende zu einer "guten Gesamtlösung" mit dem Kartellamt kommen zu können. Die verlängerte Prüffrist der Kartellwächter läuft dann ab. Immerhin würden die Wettbewerbshüter bei 92 der zu verkaufenden Filialen keine Probleme sehen, erklärte eine Sprecherin.

Hinter der SCP Group steht der russische Oligarch Wladimir Jewtuschenkow (72). Nach langem Gezerre hatte er sich Anfang des Jahres mit dem Düsseldorfer Metro-Konzern geeinigt, deren rund 270 Real-Supermärkte mit rund 34.000 Beschäftigten zu übernehmen. Metro will sich auf das Geschäft rund um den Großhandel konzentrieren, Real passte nicht mehr zu diesem Konzept. Jewtuschenkow allerdings will die Kette zerschlagen und die Märkte weiterverkaufen – neben Kaufland soll unter anderem auch Edeka Filialen übernehmen. Bis zu 72 Real-Standorte sollen an Edeka gehen. Diese Pläne will die Behörde bis zum 21. Dezember prüfen.

Auch die wachsende Macht der Schwarz-Gruppe beim Einkauf bereitet den Wettbewerbshütern Sorge. Das Kartellamt sieht den deutschen Lebensmitteleinzelhandel von nur wenigen großen Konzernen beherrscht. Deshalb prüft es Übernahmen in dem Sektor sehr genau. Kaufland als Teil der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl gehört, ist mit einem Umsatz von etwa 113,3 Milliarden Euro europaweit der mit Abstand größte Lebensmitteleinzelhändler.

lhy/Reuters/dpa