Mittwoch, 22. Mai 2019

Vor dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof Ein Arbeitgeber-Betriebsrat wird vom Hof gejagt

Bald unter einem Dach: Die deutschen Warenhaus-Konzerne Kaufhof und Karstadt.

Zweieinhalb Monate nach seinem Rücktritt als Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Warenhausfirma GaleriaKaufhof hat Uwe Hoepfel (62) am Dienstag auch seine Demission als Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens erklärt.

Seine zunächst geäußerte Absicht, auch ohne Betriebsratsmandat seinen gut bezahlten Posten als stellvertretender Vorsitzender des Kontrollgremiums behalten zu wollen, hatte in der Arbeitnehmervertretung, aber auch bei den neuen Eigentümern von Galeria Kaufhof, der österreichischen Signa-Gruppe, zu erheblichen Irritationen geführt. Dies vor allem deshalb, weil Hoepfel seinen Aufsichtsratssitz einer Kandidatur auf einer Liste des Kaufhof-Gesamtbetriebsrats verdankte. Offenbar beugte sich Hoepfel am Ende dem Druck der Arbeitnehmerbasis sowie aus dem Kaufhof-Management.

Hoepfel war in den vergangenen drei Jahren erheblich in die Kritik geraten, weil er 2015 als Aufsichtsrat der früheren Kaufhof-Mutter Metro AG den Verkauf von Galeria Kaufhof an den kanadischen Konzern Hudson Bay's Company (HBC) unterstützt hatte. In der Folge wirtschaftete HBC die deutsche Warenhausfirma fast bis zur Insolvenz herunter.


Lesen Sie auch den exklusiven mm-Report: René Benko - sein Masterplan für Kaufhof und Karstadt


Gerade noch rechtzeitig übernahm vor drei Monaten die österreichische Signa des Karstadt-Eigentümers René Benko die Kaufhof-Mehrheit. Nun werden Karstadt und Kaufhof zusammengeführt. Demnächst steht die Entscheidung an, aus welcher der beiden Hauptverwaltungen, der von Karstadt in Essen oder der von Kaufhof in Köln, das künftige Unternehmen geführt und welche geschlossen wird.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung