Donnerstag, 23. Januar 2020

Kauf-Button Google plant Attacke gegen Amazon

Der Suchmaschinenkonzern Google will sich nicht länger von Amazon das Werbegeschäft verderben lassen

Google will sich vom Onlinehändler Amazon nicht länger das Werbegeschäft verderben lassen. Der Suchmaschinenkonzern holt aus zum Gegenschlag.

Hamburg/New York - Wer im Internet auf Einkaufstour geht, fängt seine Shoppingtour in der Regel längst nicht mehr bei Google Börsen-Chart zeigen an. 39 Prozent aller US-Shopper starten ihre Produktsuchen mittlerweile bei Amazon Börsen-Chart zeigen, lediglich 11 Prozent bei Google, wie eine aktuelle Erhebung der Marktforscher von Forrester zeigt.

Zahlen, die Google weh tun. Schließlich gehören Produktsuchen für den Konzern aus Mountain View zu den lukrativsten Werbeumfeldern. Und genau da arbeitet Amazon auch gerade an einem Konkurrenzangebot.

Doch damit soll nach dem Willen von Google jetzt Schluss sein. Laut "Wall Street Journal" denkt Google bereits über ein wirksames Gegenmittel nach, das kaufwilllige Kunden wieder zu dem Suchmaschinenkonzern zurücklocken soll. Und dem Unternehmen gleichzeitig wertvolle Einsichten bescheren würde: Eine Kauf-Schaltfläche analog zu der ein-Klick-Bestellung, wie sie Amazon bereits seit längerem anbietet, wenn der Nutzer sich im Vorfeld mit seinen Konto beziehungsweise Kreditkartendaten bei Amazon registriert hat.

Zwar wolle Google, anders als Amazon, die Produkte nicht selbst vertreiben, sondern dafür mit externen Händlern zusammenarbeiten. berichtet das "WSJ". Wie bei dem Google-Projekt Instant-Buy könnte die Abrechnung aber möglicherweise über das Google-Wallet erfolgen.

Händler begrüßen mögliche Alternative zu Amazon

Die Entscheidung, den Kauf-Button tatsächlich zu lancieren, ist laut "WSJ" noch nicht endgültig gefallen. Allerdings sollen mehrere angesprochene Händler Interesse signalisiert haben. Zum einen, weil sie die Übermacht Amazons fürchten und Angst haben, durch dessen neue Feilsch-Funktion weiterem Preisdruck ausgeliefert zu sein.

Zum anderen gibt es bei Google offenbar Überlegungen, den Händlern die Email-Adresse der Käufer zu überlassen, was Amazon laut "WSJ" ablehnt. Auch über gesonderte Logistik-Angebote im Zusammenhang mit seinen Shopping-Angeboten - eine Art abgespecktes Amazon-Prime - denkt Google offenbar nach.

Konkret wollte sich der Konzern allerdings nicht zu etwaigen Plänen äußern. "Wir erforschen und testen ständig viele Ideen, um die Nutzungserfahrungen unserer Kunden zu verbessern", erklärte eine Sprecherin. Man habe aber nichts anzukündigen.

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