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Banken stimmen laut Medienbericht zu Karstadt übernimmt Kaufhof - 5000 Jobs sollen wegfallen

Die Fusion der beiden Warenhausketten Kaufhof und Karstadt wird nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung"  (SZ) zu einem Kahlschlag beim Kaufhof-Personal führen. Beim Kaufhof würden im Zuge der Zusammenlegung mit dem Konkurrenten 5000 der 20.000 Arbeitsplätze gestrichen, berichtet die SZ am Donnerstag online. Auf die verbleibenden Mitarbeiter komme ein Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen zu.

Der Karstadt-Eigner Rene Benko und seine Signa-Holding sowie der nordamerikanische Kaufhof-Eigner HBC hatten sich bereits Anfang Juli auf eine Zusammenlegung der beiden Ketten verständigt. Nun stimmten auch die Banken der Transaktion zu, will auch die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen erfahren haben. Eine Blockade habe bei den Verhandlungen nicht im Raum gestanden. Bereits Ende August hieß es, eine endgültige Einigung auf die Fusion sei nur noch eine Frage von Wochen.

Ein HBC-Sprecher wollte diese Angaben nicht kommentieren und verwies auf frühere Erklärungen des Konzerns. HBC hatte Anfang Juli Gespräche mit Signa bestätigt. Ein Signa-Sprecher war nicht zu erreichen.

Wie die SZ aus Bankenkreisen erfuhr, soll Signa das gesamte Management des Gemeinschaftsunternehmens stellen. Geführt werden soll es vom derzeitigen Karstadt-Chef Stephan Fanderl, der auch Chef der Einzelhandelssparte von Signa ist, sowie von Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach. Von HBC solle niemand am Management beteiligt sein. Deren Vertreter sollen im Aufsichtsrat sitzen. Das sei eine Forderung der Banken gewesen sein, hieß es.


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Benkos Holding Signa solle mit knapp 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen bekommen. Auch die Warenhaus-Immobilien sollen Teil der Übereinkunft sein. Kaufhof-Eigner HBC würden bei dem Deal voraussichtlich knapp eine Milliarde Euro für Benkos Anteil am operativen Geschäft und den Warenhaus-Immobilien zufließen.

Durch die Fusion entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas nach dem spanischen Unternehmen El Corte Inglés. Er erwirtschaftet mit mehr als 30.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Euro, El Corte Inglés kommt auf mehr als das doppelte.

rei mit Reuters
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