Karstadt schließt fünf weitere Filialen Benko räumt auf

Rene Benko: Die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors lässt fünf weitere unrentable Filialen dichtmachen

Rene Benko: Die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors lässt fünf weitere unrentable Filialen dichtmachen

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Lukrative Immoblien: Das Geschäft mit den Luxuskaufhäusern

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Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt toben die Aufräumarbeiten. Nachdem bereits im vergangenen Jahr Schließungspläne für sechs Häuser unter anderem im Hamburg, Stuttgart bekannt geworden waren, legt Karstadt-Eigner Signa nun nach. Fünf weitere Filialen sollen schließen. Das Aus für die Häuser in Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt besiegelte der Aufsichtsrat am Dienstag.

Karstadt begründete die Schließung der laut Konzern seit Jahren Verlust schreibenden Filialen damit, dass diese zur Rettung des Gesamtkonzerns unerlässlich seien. "Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie die Schließung von Filialen ohne strategische Perspektive, können wir die Gesundung des Gesamtunternehmens nicht sichern", erklärte Karstadt-Chef Stephan Fanderl.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Kaufhof-Konkurrent das Aus für Karstadt-Warenhäuser in Stuttgart und Hamburg, zwei K-Town-Filialen in Göttingen und Köln sowie zwei Schnäppchen-Center in Paderborn und Frankfurt/Oder beschlossen.

Auch im Luxussegment rollen Köpfe

Einen weiteren Schritt im Signa-Großreinemachen gab es bereits vor dem Wochenende. Nachdem sich die Luxusgruppe KadeWe bereits zu Jahresabeginn überraschend offiziell aber "einvernehmlich" von Alsterhaus-Geschäftsführer Alexander Franke getrennt hatte, stellten die Luxushäuser zu Beginn vergangener Woche auch noch KaDeWe-Geschäftsführerin Ulrike Schalkowski und Oberpollinger-Geschäftsführer Holger Grabmeister mit sofortiger Wirkung frei. Alles drei Manager, die über Jahre bei dem Konzern beschäftigt waren.

Den personellen Kahlschlag begründete das Unternehmen mit einer Neuorganisation der Filialgeschäftsführung. Den Posten Grabmeisters übernahm interimistisch CEO André Maeder, der auch die Geschicke des Berliner KadeWe verantwortet.

Luxussparte soll einheitlicher werden

Maeder hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, Erscheinungsbild, Ladengestaltung und selbst die Sortimente der Luxushäuser vereinheitlichen zu wollen. Eine Strategie, die angesichts des unterschiedlichen Klientels und der unterschiedlichen Lage der Häuser in der Branche nicht unumstritten ist. Zudem denkt Signa bereits seit längerem auch laut über die Eröffnung weiterer Luxuswarenhäuser nach.

Interessenten für Luxus-Sparte stehen angeblich Schlange

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Denn während bei den klassischen Warenhäusern mit den neuerlichen Schließungen Hunderte Jobs wegfallen dürften, ist das Luxussegment bei Investoren heiß begehrt. Zwar haben die Händler auch hierzulande angesichts der aktuellen Krise mit schrumpfenden Besucherzahlen aus Russland zu kämpfen.

Doch das Geschäft mit dem Luxusklientel ist so attraktiv, dass internationale Luxuswarenhauskonzerne Signa offenbar mittlerweile die Tür einrennen. Laut der US-Branchenzeitung "Womens Wear Daily"  haben neben dem Saks-Fift-Avenue- Eigner Hudsons's Bay, dem auch Interesse an Kaufhof nachgesagt wird, auch die Selfridges-Gruppe des britischen Milliardärs Galen Weston sowie Chinas Sanpower-Gruppe sowie katarische Investoren Interesse an der Karstadt-Luxusgruppe bekundet.

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3,7 Milliarden für ein Kaufhaus: Der Saks-Flagship-Store in New York

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Auch die Thailändische Central Group, die 2011 die italienische Warenhauskette La Rinascente und 2014 das Kopenhagener Traditionshaus Illum kaufte, wird in der Branche als potenzieller Käufer gehandelt. Allerdings hat Signa bislang nicht verlauten lassen, sich von den lukrativen Luxushäusern trennen zu wollen.

mit Reuters
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