Zerbrochene Partnerschaft Adidas untersucht Pornografie-Vorwürfe gegen Kanye West

Kanye West soll Mitarbeiter in Besprechungen mit Pornografie konfrontiert und in Vorstellungsgesprächen ein intimes Bild seiner Ex-Frau Kim Kardashian gezeigt haben. Nun will Adidas den Vorwürfen nachgehen.
Mögliches Fehlverhalten: Adidas leitet eine Untersuchung der Anschuldigungen gegen Kanye West ein

Mögliches Fehlverhalten: Adidas leitet eine Untersuchung der Anschuldigungen gegen Kanye West ein

Foto: STAR MAX / AP

Adidas und Kanye West (45) gehen mittlerweile getrennte Wege – doch im Zuge der Trennung zwischen dem Musiker und dem deutschen Sportartikelhersteller kommen immer neue Details und Anschuldigungen ans Licht.

Adidas leitet nun nach Vorwürfen des Fehlverhaltens von West eine interne Untersuchung ein. Dies werde »unverzüglich« geschehen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Hintergrund sind Anschuldigungen, das Unternehmen habe während der Zusammenarbeit mit dem US-Rapper dessen unangemessenes Verhalten gegenüber Adidas-Beschäftigten ignoriert.

Laut einem Bericht des US-Magazins »Rolling Stone«  soll Kanye West, der mittlerweile unter dem Künstlernamen Ye auftritt, Adidas-Angestellten unter anderem pornografische Videos und Fotos gezeigt haben. Darunter sei auch ein intimes Foto seiner Ex-Frau Kim Kardashian (42) gewesen. Laut »Rolling Stone« warfen ehemalige hochrangige Beschäftigte des Sportartikelherstellers der Chefetage in einem anonymen Schreiben vor, nicht »verantwortungsvoll« gehandelt und ihre Angestellten nicht ausreichend vor Wests »perversem Verhalten« geschützt zu haben.

Bloßgestellt: Kanye West soll Mitarbeitern ein intimes Foto von Kim Kardashian gezeigt haben

Bloßgestellt: Kanye West soll Mitarbeitern ein intimes Foto von Kim Kardashian gezeigt haben

Foto: Jordan Strauss / AP

Insbesondere Frauen hätten »jahrelange Beschimpfungen, vulgäre Tiraden und Mobbing-Angriffe« erlebt. Die Adidas-Führung habe ihren »moralischen Kompass« abgestellt und sowohl Kanye Wests Verhalten als auch die Beschwerden der Mitarbeiterinnen ignoriert, heißt es demnach in dem Schreiben.

»Es ist derzeit nicht klar, ob die in einem anonymen Schreiben erhobenen Vorwürfe zutreffen«, teilte Adidas am Donnerstag mit. »Wir nehmen diese Vorwürfe jedoch sehr ernst und haben beschlossen, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Angelegenheit einzuleiten, um die Vorwürfe zu klären.«

Deutschlands drittgrößter Vermögensverwalter Union Investment hatte Adidas am Donnerstag schriftlich um weitere Informationen zu den Vorgängen gebeten. Laut S&P Global Market Intelligence ist Union mit 1 Prozent an Adidas beteiligt und gehört damit zu den Top-20-Aktionären. "Adidas muss offenlegen, wann Vorstand und Aufsichtsrat erstmals über die internen Vorwürfe informiert wurden", sagte Janne Werning, Leiterin ESG Capital Markets & Stewardship bei Union Investment, der "Financial Times".

Adidas schraubt Prognose weiter herunter

Der belgische Investor GBL, der größte Einzelaktionär von Adidas, und der deutsche Vermögensverwalter Deka, der einen Anteil von 0,8 Prozent hält, lehnten eine Stellungnahme ab. Der Frankfurter Vermögensverwalter DWS, der einen Anteil von 1,8 Prozent hält, reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Konzern hatte Ende Oktober mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Rapper beendet, der wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik stand. Adidas stellte als Folge dieser Entscheidung die Produktion von Artikeln der Marke Yeezy ein und stoppte alle Zahlungen an West und dessen Unternehmen.

Auch wegen der inzwischen beendeten Partnerschaft mit West schraubte Adidas seine Prognose zuletzt zum dritten Mal in wenigen Monaten herunter.

Das Unternehmen rechnet nun nur noch mit einem Gewinn im fortgeführten Geschäft im Gesamtjahr von 250 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt nur noch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, teilte Adidas Anfang November mit.

Noch im Oktober hatte Adidas einen Gewinn von 500 Millionen Euro und ein Umsatzplus von 5 Prozent vorhergesagt. Da das Geschäft mit den Produkten von West im vierten Quartal wegfällt und dieses traditionell zum Jahresabschluss besonders stark ist, fallen die Erwartungen nun entsprechend niedriger aus. Adidas hatte mit Yeezy eine eigene Linie von Schuhen und Bekleidung des Musikers auf dem Markt.

sio/afp
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