Freitag, 13. Dezember 2019

Online-Konkurrenz Der Kampf um Würths Erbe

Schraubenkönig Reinhold Würth: Der baden-württembergische Unternehmer reagiert bislang vergleichsweise gelassen auf die neue Online-Konkurrenz. Die Entwicklung in den USA sollte dem Milliardär aber zu denken geben

4. Teil: Würth sieht sich im Handelskrieg

Dass es ganz ohne Internet nicht geht, hat mittlerweile auch Würth erkannt. "Es ist ein Handelskrieg", brachte es kürzlich ein Mitglied der Konzernführung auf den Punkt. Daher sind auch die Künzelsauer mittlerweile im Netz präsent und wollen den dort erzielten Umsatzanteil von zuletzt rund 17 Prozent künftig deutlich steigern.

Allerdings haben es die Künzelsauer ganz offensichtlich nicht ganz so eilig wie die US-Konkurrenz des US-Marktführers Grainger, bei der der Onlinehandel bereits rund die Hälfte aller Verkäufe ausmacht.

Würth geht es deutlich langsamer an. Bis 2025, so ein Konzernsprecher im vergangenen Jahr, ist ein Online-Anteil von bis zu 30 Prozent angepeilt. Und dafür, dass es mit dem Onlinehandel tatsächlich nicht so schnell geht, tut Würth auch einiges - schließlich will man sich in Künzelsau das florierende Geschäft in den Niederlassungen und mit den Handelsvertretern nicht durch Billigpreise auf der eigenen Plattform verderben.

Man setzt dort stattdessen lieber auf ein "ausgewogenes Verhältnis von E-Business, Niederlassung und Direktvertrieb", wie es ein Konzernvertreter kürzlich formulierte.

So nachvollziehbar das Ganze ist und so kostensparend Abholmärkte im Vergleich zu Vertretern sein mögen. Die Strategie hat einen Haken. Um das eigene Geschäft nicht zu gefährden, hat Würth ein ganz eigenes Onlinesystem entwickelt - dem allerdings ein entscheidender Vorteil des Internets fehlt: transparente Preise.

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