Bezos Earth Fund Jeff Bezos will Milliarden fürs Klima spenden - Mitarbeiter sehen das kritisch

Amazon-Chef Jeff Bezos (Archivaufnahme, 2019)

Amazon-Chef Jeff Bezos (Archivaufnahme, 2019)

Foto: CLODAGH KILCOYNE/ REUTERS

Amazon-Chef Jeff Bezos will zehn Milliarden Dollar für den Umweltschutz spenden. Der reichste Mann der Welt erklärte am Montag auf Instagram, mit dem Geld sollten Forscher, Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen und andere Gruppen unterstützt werden. Verteilt werden soll es über eine Stiftung, den "Bezos Earth Fund".

"Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unseres Planeten." Dagegen müssten große und kleine Unternehmen, Staaten, internationale Organisationen und Einzelpersonen gemeinsam angehen, so Bezos. Vor dem Amazon-Chef hatten bereits andere US-Milliardäre wie Microsoft-Gründer Bill Gates Umweltstiftungen gegründet. Zuletzt waren auch aus der Amazon-Belegschaft verstärkt Forderungen an das Management laut geworden, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren.

Vergangenes Jahr hatte Bezos in Aussicht gestellt, im Amazon-Geschäft bis 2040 CO2-Neutralität zu erzielen. Allerdings dürfte die Begrenzung klimaschädlicher Gase für den Konzern eine Herausforderung darstellen. Schließlich stellt Amazon seinen Kunden jährlich zehn Milliarden Artikel zu, unterhält dafür weitläufige Liefernetze und betreibt riesige Datenzentren.

Viele von Bezos' Mitarbeitern sehen das Projekt nun entsprechend kritisch. Zwar sei Bezos' Großzügigkeit lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden, schrieb die Gruppe "Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit" in einer am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme.

"Wann wird Amazon aufhören, Öl- und Gasunternehmen bei der Zerstörung der Erde mit noch mehr Öl- und Gasbohrlöchern zu helfen?", fragten die Mitarbeiter weiter. Amazon müsse aufhören, den Klimawandel leugnende Thinktanks zu finanzieren, und es müsse seine Lkws von Diesel auf Elektromotoren umstellen. Zudem fordern sie von dem Unternehmensgründer, der laut Rangliste des "Forbes"-Magazins der reichste Mann der Welt ist, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz. "Wie die Geschichte uns lehrt, erheben sich wahre Visionäre gegen etablierte Systeme, auch wenn es sie selbst teuer zu stehen kommt", so die Mitarbeiter.

luk/Reuters/dpa
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