Champagner Luxuskonzern LVMH investiert in Marke von Rapper Jay-Z

Angesichts geschlossener Bars, Tanzclubs und Restaurants ist eigentlich keine gute Zeit für ein Champagner-Investment, möchte man meinen. LVMH sieht das anders und kauft die Hälfte der Champagner-Marke des weltbekannten Rappers Jay-Z.
Mit einem Hauch Hip-Hop-Glanz: Rapper Jay-Z verkauft die Hälfte seines Champagner-Unternehmens

Mit einem Hauch Hip-Hop-Glanz: Rapper Jay-Z verkauft die Hälfte seines Champagner-Unternehmens

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Kevin Mazur / Getty Images for Roc Nation

Die meisten Leute nennen sie "Ace of Spades": So eine Flasche mit dem unverwechselbaren Branding der Champagner-Marke Armand de Brignac kostet schnell zwischen 300 und 950 Dollar, manche Jahrgänge gar bis zu 100.000 Dollar. Sündhaft teurer Luxus eben. Darauf versteht sich der weltbekannte Rapper Jay-Z (51). Als er 2014 Armand de Brignac übernahm und die Marke mit Hip-Hop-Glanz ausstattete, zog der Absatz auf mehr als 500.000 Flaschen im Jahr an. Jetzt setzt er dem Deal quasi die Krone auf und verkauft die Hälfte des Unternehmens an den Luxus-Riesen LVMH, berichten die "New York Times"  und "Financial Times" .

Über den Preis schweigen sich die beiden Parteien aus. Er heiße die Familie Arnault willkommen, teilte der Musiker am Montag lediglich in einem Tweet in Anspielung auf den LVMH-Großaktionär mit. Wenig bescheiden skizzierte Jay-Z den Luxuskonzern, der berühmte Champagnermarken wie Moët & Chandon oder Dom Pérignon im Portfolio führt, als "natürlichen Partner". Auf diesem Wege werde es gelingen, Armand de Brignac auf "die nächste Stufe des Geschmacks und der Verbreitung" zu bringen, erklärte der 22-fache Grammy-Gewinner in einem Interview über Zoom den Berichten zufolge.

Inmitten in einer Pandemie, die das Feiern auf Glamour-Events oder in Clubs mit kostspieligen Getränken weitgehend verbietet, könnte es womöglich keine gute Idee sein, in Champagner zu investieren. So ging der weltweite Absatz im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 245 Millionen Flaschen zurück, während der Umsatz zugleich um fast ein Viertel auf umgerechnet vier MIlliarden Euro schrumpfte. Der Champagnerabsatz habe während der Pandemie gelitten, räumte auch Jay-Z ein. Der Markt habe sich von seinem anfänglichen starken Einbruch bei Umsatz und Lieferungen im Jahr 2020 aber zuletzt erholt - das Absatzminus habe sich bei 20 Prozent eingependelt, erklärte der Unternehmer.

Also kein guter Deal? LVMH, das den Vertrieb von Amrand de Brignac übernehmen wird und damit der Marke weltweit noch mehr Geltung verschaffen will, erwirbt jedoch nicht nur einfach eine neue Getränkemarke: Mit dem Deal erwirbt der Konzern auch kulturelles Know-how und den Zugang zu Märkten, die traditionell von einigen seiner Marken nicht bedient werden, kommentieren Marktkenner in den Berichten.

Um das zu erreichen, setzt der vom Milliardär Bernard Arnault (71) kontrollierte Luxusgüterkonzern schon länger auf Partnerschaften mit Künstlern aus der Hip-Hop-Szene und Kooperationen mit Streetwearmarken. LVMH hatte auch schon eine Modelinie mit der Sängerin Rihanna gestartet, diese in der Pandemie aber vorerst wieder auf Eis gelegt. Gleichwohl wird LVMH weiterhin ihre Kosmetik- und Dessouslinien unterstützen. Jay-Z wiederum, der mit bürgerlichem Namen Shawn Carter heißt, hat sich längst auch als Geschäftsmann einen Namen gemacht. Zuletzt sorgte er etwa durch einen gemeinsamen Bitcoin-Stiftungsfonds mit Twitter-Chef Jack Dorsey für Schlagzeilen.

rei
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