Freitag, 26. April 2019

Britische Supermarktbranche im Umbruch Aldi und Lidl drängen Sainsbury's in Fusion

Britische Supermarktkette Sainsbury's: Die Nummer zwei der Branche schließt sich mit der Nummer drei zusammen und übernimmt die Marktführerschaft

Umbruch im britischen Supermarktgeschäft: Die Nummer zwei der Branche, Sainsbury's , übernimmt die drittgrößte Kette des Landes, Asda. Damit wird Sainsbury's zum Branchenführer in Großbritannien und löst den bisherigen Marktführer Tesco ab. Sainsbury's und Asda kommen gemeinsam auf rund 2800 Supermarktfilialen.

Die Asda-Mutter Walmart Börsen-Chart zeigen werde mit 42 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt sein und erhalte umgerechnet 3,38 Milliarden Euro, teilte Sainsbury Börsen-Chart zeigen am Montag mit. Asda wird in dem Geschäft mit 7,3 Milliarden Pfund (8,3 Milliarden Euro) bewertet. Insgesamt belaufe sich das Volumen des Deals auf rund 15 Milliarden Euro. Zum Abschluss der Transaktion soll Walmart nicht mehr als 29,9 Prozent der Stimmrechte an dem fusionierten Unternehmen halten. Walmart werde dabei ein langfristiger Investor bleiben.

Geführt werden soll das neue Unternehmen von dem Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzvorstand von Sainsbury. Der Sainsbury-Verwaltungsratsvorsitzende übernehme diesen Posten auch in dem neuen Unternehmen, hieß es weiter.

Grund für den Zusammenschluss sei die wachsende Konkurrenz durch die Discounter Aldi und Lidl sowie durch den Onlinehändler Amazon Börsen-Chart zeigen, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Seit Jahren verlieren die beiden Fusionspartner und die anderen beiden großen Supermarktketten Tesco und Morrisons Marktanteile.

Sainsbury-Aktie klettert um 21 Prozent

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Kantar Worldpanel hat Tesco derzeit einen Marktanteil von 27,6 Prozent, Sainsbury's kommt auf 15,8 Prozent und Asda auf 15,6 Prozent. Die deutschen Discounter Lidl und Aldi kommen demnach gemeinsam auf 12,6 Prozent.

HSBC-Analyst David McCarthy bezeichnete den geplanten Zusammenschluss als wirtschaftlich sinnvoll. Allerdings könnten die britischen Wettbewerbshüter Bedenken anmelden. Bereits am Samstag hatte Sainsbury's "fortgeschrittene" Gespräche mit dem US-Einzelhandelsriesen Walmart über den Kauf von Asda bestätigt.

Sainsbury stellte bei einem Zusammenschluss Einsparungen von umgerechnet mindestens 567 Millionen Euro in Aussicht. Dadurch könnten die Preise vieler Produkte um 10 Prozent gesenkt werden. Filialschließungen seien nicht geplant.

Als Reaktion auf die Fusionspläne stiegen die Aktien von Sainsbury zur Eröffnung in London um gut 21 Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch von 327,1 Pence. Das ist der größte Kurssprung seit 18 Jahren. Die Rivalen Tesco Börsen-Chart zeigen und Morrisons büßten jeweils mehr als 3 Prozent ein.

Im Oktober hatte Sainsbury's angekündigt, 2000 Stellen zu streichen. Das Unternehmen beschäftigt in Großbritannien mehr als 150.000 Menschen. Tesco hatte bereits im Juni die Streichung von 1100 Jobs bekannt gegeben.

mg/rtr/AFP/dpa-afx

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung