Sonntag, 20. Oktober 2019

Sporthändler in der Krise Intersport-Tochter Voswinkel beantragt Insolvenz

Sporthändler Voswinkel in der Krise

Die Sporthandelskette Voswinkel steckt in der Krise. Das Unternehmen mit Filialen im ganzen Bundesgebiet hat am Mittwoch nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Ziel sei es, in enger Abstimmung mit den Gläubigern die Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens voranzutreiben, erklärte Voswinkel-Geschäftsführer Helge Mankowski.

Sport Voswinkel gehört seit 2003 zum Einkaufsbund Intersport, einem Zusammenschluss von über 1100 Sporthändlern. Damals übernahm Intersport das Unternehmen von der Douglas Holding. Erst kürzlich hatte die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof verkündet, aus dem Einkaufsbund auszusteigen.

Zu Voswinkel gehören 74 Filialen mit etwa 1200 Mitarbeitern. Im vergangenen Geschäftsjahr musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang von rund 5 Prozent auf rund 139 Millionen Euro hinnehmen. Medienberichten zufolge soll sich der Verlust auf etwa zehn Millionen Euro belaufen haben.

Als Gründe für die Schieflage nannte das Unternehmen sinkende Kundenzahlen in den Filialen und die damit verbundenen Umsatzrückgänge, den erhöhten Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel und durch Discounter wie die französische Kette Decathlon sowie die Belastungen durch Filialen, die schlechter liefen als erwartet.

"Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter", betonte Mankowski. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert. "Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben", sagte der Manager. Das Gericht habe den Sanierungsexperten Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case als vorläufigen Sachwalter eingesetzt.


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Das Schutzschirmverfahren bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Doch wacht der Sachwalter über die Interessen der Gläubiger.

Gegründet wurde Voswinkel 1904 in Bochum. Heute befindet sich der Firmensitz in Dortmund. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Nordrhein-Westfalen.

dpa-afx/akn

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