Steigende Preise Ifo rechnet 2022 mit 4 Prozent Inflation

Immer mehr Firmen wollen in Deutschland ihre Preise weiter anheben. Die Inflationsrate dürfte nach Einschätzung des Ifo-Instituts noch eine Weile über der Marke von vier Prozent liegen.
Teure Waren, teure Energie: Die Inflationsrate in Deutschland dürfte auf hohem Niveau bleiben

Teure Waren, teure Energie: Die Inflationsrate in Deutschland dürfte auf hohem Niveau bleiben

Foto: Daniel Roland/ AP

Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen einer Umfrage zufolge ihre Preise weiter anheben. Das Barometer für die Preiserwartungen für die nächsten drei Monate stieg im Januar um 1,3 auf 46,0 Punkte und erreichte damit einen neuen Höchststand, wie das Ifo-Institut am Montag zu seiner aktuellen Befragung mitteilte. "Die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren an ihre Kunden weiter", sagte der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser. "Das wird bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen."

Die Inflationsraten dürften daher noch eine Weile über der Marke von vier Prozent liegen. "Für das Jahr 2022 haben wir deshalb unsere Inflationsprognose auf vier Prozent angehoben", sagte Wollmershäuser. Im Dezember waren die Münchner Forscher noch von einem Anstieg der Lebenshaltungskosten um 3,3 Prozent ausgegangen. Zum Vergleich: 2021 waren die Preise um 3,1 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1993 mit damals 4,5 Prozent nicht mehr.

Hohe Preiserwartungen im Großhandel

Die sehr hohen Umfragewerte bei den Preiserwartungen ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige, so das Institut. Besonders hoch lagen sie im Großhandel mit 60,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel (57,7) und der Industrie (55,6). Einen neuen Höchststand erreichten die Dienstleister mit 41,9. Das Baugewerbe lag bei 41,5.

Diese Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das Ifo-Institut fragt die Unternehmen nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

sio/reuters