Montag, 9. Dezember 2019

Geld verbrennen mit veganen Burgern Börsenpläne von Impossible Foods beschleunigen Kursrutsch bei Beyond Meat

Vegane Burger: Impossible Foods setzt ebenso wie Konkurrent Beyond Meat auf rasante Expansion

Der nächste Vegane-Burger-Hersteller liebäugelt offenbar mit einem Börsengang - womöglich bereits im nächsten Jahr. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will der US-Hersteller Impossible Foods in einer neuen Finanzierungsrunde zwischen 300 und 400 Millionen Dollar einsammeln, um sich für weiteres Wachstum zu rüsten. Bei einer erfolgreichen Kapitalrunde würde die Bewertung des Unternehmens auf drei bis fünf Milliarden Dollar steigen.

Auch einen Börsengang schließt das Unternehmen nicht aus. Laut Reuters könnte ein Initial Public Offering (IPO) bereits im kommenden Jahr erfolgen. Das Unternehmen selbst wollte sich zunächst nicht zu konkreten Plänen äußern. Man müsse jede Option in Erwägung ziehen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Ein Zeitplan für einen möglichen IPO sei allerdings noch nicht kommuniziert worden.

Bislang hatte das Start-up, das nach eigenen Angaben weltweit mehr als 15.000 Restaurants mit seinen veganen Burgern beliefert - unter anderem Burger King - laut der Branchenseite Pitchbook 777 Millionen Dollar von Investoren wie Khosla und Horizons Ventures eingesammelt. Auch Prominente wie Katy Perry und Serena Williams sind bei dem Unternehmen investiert.

Beyond Meat Aktie beschleunigt Kursrutsch

Impossible Foods wäre nicht das erste börsennotierte Unternehmen der Branche. Im Mai dieses Jahres war der US-Konkurrent Beyond Meat zunächst fulminant an der Börse gestartet. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg der Aktie um rund 700 Prozent auf mehr als 200 Dollar pro Aktie und einer Marktkapitalisierung von zeitweise rund 12 Milliarden Dollar nahmen Investoren jedoch wieder Geld vom Tisch: Inzwischen hat die Aktie von Beyond Meat seit ihrem Höchstkurs wieder mehr als 50 Prozent an Wert verloren.

Die Ankündigung des Konkurrenten Impossible Foods versetzte der Aktie von Beyond Meat einen weiteren Schlag. Am Dienstag fiel das Papier mit einem Minus von 6 Prozent wieder unter die Marke von 80 Dollar - was einer Marktkapitalisierung von rund 4,8 Milliarden Dollar entspricht. Damit hat die Aktie von Beyond Meat seit August mehr als 60 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem Ausgabepreis von 25 US-Dollar hat sich die Aktie aber immer noch mehr als verdreifacht.

Zahlreiche Konkurrenten drängen auf den Markt

Auch wenn der Markt für vegane Fleischersatzprodukte weiter massiv wächst, gibt es Zweifel unter Analysten, ob die enormen Bewertungen an der Börse gerechtfertigt sind. Mittlerweile bekommen Markt-Pioniere wie Impossible Foods und Beyond Meat nämlich auch Konkurrenz von klassischen Lebensmittelkonzernen und Fleischherstellern wie Nestlé, Kellog und Tyson Foods. Hinzu kommen Unternehmen wie Conagra Brands, Hormel Foods, Perdue Farms and Smithfield.

Auch in Deutschland sind es traditionelle Fleischproduzenten, die am Vegan-Hype mitverdienen wollen. Neben der Rügenwälder Mühle mit ihren Fleischersatzprodukten produziert etwa der oberpfälzische Metzger Ponnath den veganen "Wonder Burger" von Aldi. Die hauseigene Lidl-Variante kommt von der Cloppenburger Firma Vefo.

Laut einer Analyse der Marktforscher von Reports and Data soll der weltweite Markt für Fleischersatzprodukte von 2018 rund 4,5 Milliarden Dollar bis 2026 auf rund 7,7 Milliarden Dollar wachsen.

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