Plus 15 Prozent Importpreise auf Langzeit-Hoch

Die Preise für nach Deutschland importierte Rohstoffe und Waren sind im Juli so stark gestiegen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Sie waren 15 Prozent höher als ein Jahr zuvor – als die Energiepreise Pandemie-bedingt deutlich niedriger lagen.
Ferngasleitung in Mecklenburg-Vorpommern: Die Importpreise für Erdgas haben sich im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich verteuert

Ferngasleitung in Mecklenburg-Vorpommern: Die Importpreise für Erdgas haben sich im Vergleich zum Vorjahresmonat erheblich verteuert

Foto: DPA

Die deutschen Importe haben sich im Juli wegen höherer Preise für Öl, Gas und andere Energieprodukte so stark verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise für Rohstoffe und Waren stiegen um 15,0 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Eine höhere Zunahme hatte es zuletzt im September 1981 während der zweiten Ölkrise gegeben (plus 17,4 Prozent) gegeben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 13,6 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni ein Plus von 12,9 Prozent gegeben hatte.

Experten erwarten, dass diese Entwicklung bei den Verbrauchern ankommen wird. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,8 Prozent bereits auf dem höchsten Stand seit 1993. Experten erwarten, dass sie sich in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen wird. 

Der starke Anstieg der Importpreise geht vor allem auf die Entwicklung bei Energie zurück: Deren Einfuhren verteuerten sich um 89,6 Prozent im Vergleich zum Juli 2020. "Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats", erklärten die Statistiker diesen sogenannten Basiseffekt.

Damals hatte die Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession ihren Tiefpunkt erreicht, bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang. Erdgas verteuerte sich mit 170,5 Prozent besonders stark, Erdöl um 68,9 Prozent.

Rechnet man die Energie heraus, verbleiben Preissteigerungen um 8,9 Prozent in der Jahresfrist. Auch Eisenerze (+108,7 Prozent) und Holz (+57,4 Prozent) verteuerten sich im Import überdurchschnittlich. Im Vergleich zum Juni 2021 sind die Importpreise um 2,2 Prozent gestiegen.

cs/Reuters, DPA