Luxusgeschäfte florieren Hugo Boss erhöht erneut die Prognose

Das Luxusmodelabel Hugo Boss spürt bislang nichts von einer Konjunkturschwäche oder Konsumflaute. Das Unternehmen machte im dritten Quartal erneut gute Geschäfte und kann seinen Ausblick ein weiteres Mal anheben.
Keine Flaute: Hugo Boss macht gute Geschäfte

Keine Flaute: Hugo Boss macht gute Geschäfte

Foto: Arnulf Hettrich / IMAGO

Der Modekonzern Hugo Boss erhöht nach einem besser als erwartet ausgefallenen dritten Quartal seine Prognose für das laufende Jahr zum zweiten Mal. Die Nachfrage nach Premium- und Luxusgütern koppelt sich damit weiter von einem sich allgemein abschwächenden Konsumklima ab. Hugo Boss sieht zudem nach zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen drei Monaten kein Ende der Kauflaune.

"Wir sind sehr erfreulich in das vierte Quartal gestartet", sagte Finanzvorstand Yves Müller am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Ein Abschwächen der Nachfrage sei dabei nicht zu erkennen. Die Aktie  verlor am Vormittag dennoch knapp 3 Prozent – laut der Deutschen Bank hat der herrschende Analystenkonsens den Ausblick bereits widergespiegelt. Im dritten Quartal habe der Modekonzern besser als erwartet abgeschnitten und könnte dank des traditionell starken Schlussquartals den angehobenen Jahresausblick sogar noch übertreffen, notierte RBC-Analystin Manjari Dhar. Angesichts des schwierigen Konjunkturumfelds blieben allerdings auch Unsicherheiten.

Trotz eben dieser Unsicherheiten soll der Umsatz 2022 um 25 bis 30 Prozent auf 3,5 bis 3,6 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen zuvor am Morgen in Metzingen mit. Bislang hatte Hugo Boss mit maximal 3,5 Milliarden Euro gerechnet. Damit kommt der Konzern seinem Mittelfristziel von vier Milliarden Euro Umsatz in großen Schritten näher. Dennoch will sich Hugo Boss zu diesem Zeitpunkt noch keine ehrgeizigeren Ziele setzen. Es wäre "verfrüht", diese Prognose bereits jetzt anzupassen, sagte Finanzvorstand Müller.

Dank des erwarteten höheren Umsatzes soll das operative Ergebnis (Ebit) im laufenden Jahr nun um 35 bis 45 Prozent auf 310 Millionen bis 330 Millionen Euro zulegen. Auch hier hatte das Management bislang im besten Fall das untere Ende der Spanne in Aussicht gestellt. Das Konzernergebnis sieht Hugo Boss nun zwischen 190 und 210 Millionen Euro, nach zuvor avisierten 170 bis 200 Millionen Euro. Dabei schraubt das Unternehmen seine Investitionen mit erwarteten 160 bis 190 Millionen Euro zurück. Bislang sollten 180 bis 210 Millionen Euro in das Geschäft gesteckt werden.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 933 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 18 Prozent. Alle Regionen und Vertriebskanäle konnten dabei zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. Der US-Einzelhandel entwickelte sich Müller zufolge weiter dynamisch. Dabei profitierte das Unternehmen von seinem Programm zur Markenerneuerung. Das operative Ergebnis nahm um 8 Prozent auf 92 Millionen Euro zu. Dabei belasteten höhere Kosten die Bruttomarge leicht. Unter dem Strich verdiente Hugo Boss mit 58 Millionen Euro 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

cr/dpa
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