Hugo-Boss-Gewinn halbiert Preisnachlässe und Chef-Rauswurf belasten Hugo Boss

Von mm-newsdesk
Männermode: Das Segment läuft offenbar nicht zufriedenstellend. Jedenfalls hat nach dem Konzernvorstand nun auch Markenvorstand Christoph Auhagen das Unternehmen verlassen

Männermode: Das Segment läuft offenbar nicht zufriedenstellend. Jedenfalls hat nach dem Konzernvorstand nun auch Markenvorstand Christoph Auhagen das Unternehmen verlassen

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Eine schwächere Nachfrage in China und rabattverwöhnte Kunden in den USA haben den Modekonzern Hugo Boss im ersten Quartal erneut in die Bredouille gebracht. Preissenkungen, die das Unternehmen in China gewährt hatte, lasteten dabei genauso auf dem Ergebnis wie die Ausgaben für Werbung, die Renovierung der Läden oder die Abfindung für den im Februar geschassten Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Der Gewinn halbierte sich im ersten Vierteljahr.

"Wir haben in den vergangenen Wochen viel in Bewegung gesetzt", sagte Finanzchef Mark Langner am Dienstag. "Die Ergebnisse des ersten Quartals unterstreichen aber auch, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."

Der Überschuss brach zwischen Januar und März um fast die Hälfte auf 38,5 Millionen Euro ein, wie der Konzern mit Sitz in Metzingen mitteilte. Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 643 Millionen Euro. Auch hier bremste die Schwäche in den USA.

Die rasante Expansion der vergangenen Jahre fordert inzwischen ihren Tribut. Sorgen macht Hugo Boss dabei vor allem das Geschäft in China. Der Anbieter betreibt rund 130 Läden in dem Land, von denen aber nicht alle profitabel sind. Der Konzern wird vermutlich 20 davon schließen, noch einmal so viele Geschäfte könnten in anderen Regionen dicht gemacht werden.

Preise auf chinesischem Festland um 20 Prozent gesenkt

Zudem folgte Hugo Boss dem Beispiel anderer Luxuskonzerne und senkte seine Preise in Asien, wo die Kunden deutlich mehr für die Mode aus Baden-Württemberg zahlen müssen. Um 20 Prozent gingen die Preise auf dem chinesischen Festland mit der Frühjahrskollektion herunter.

In den USA wiederum setzen den Schwaben die Rabattschlachten der Großhändler zu, weshalb der Konzern fortan seine Kernmarke Boss nur noch auf in Eigenregie bewirtschafteten Flächen verkaufen will. Aber auch in Europa sanken die Erlöse im Auftaktquartal um 2 Prozent, weil weniger Touristen kamen. Hugo Boss sah darin eine Reaktion auf die Terroranschläge in Paris und Brüssel, denn gerade in Frankreich und den Benelux-Staaten war der Rückgang deutlich.

Derweil hat sich der Exodus im Boss-Management fortgesetzt. Ende April musste auch Markenvorstand Christoph Auhagen vorzeitig gehen. Seinen Job soll spätestens im November der Tommy-Hilfiger-Manager Ingo Wilts übernehmen. Daran knüpfen Experten die Hoffnung, dass die Männermode bei Boss wieder mehr Profil bekommt. Nach einem Nachfolger für Ex-Boss Lahrs wird weiter gesucht.

rei/dpa
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