Britischer Milliardär Mike Ashley steigert Engagement bei Hugo Boss

Vor zwei Jahren stieg der britische Milliardär Mike Ashley bei Hugo Boss ein. Über sein Sportmodeunternehmen Frasers hält er mittlerweile eine wichtige Beteiligung an dem schwäbischen Modekonzern – seine Strategie bleibt jedoch unklar.
Auch in anderen Branchen zu Hause: Mike Ashley (links) war von 2007 bis 2021 Besitzer des Fußballclubs Newscastle United

Auch in anderen Branchen zu Hause: Mike Ashley (links) war von 2007 bis 2021 Besitzer des Fußballclubs Newscastle United

Foto: Scott Heppell/ AP

Der britische Sport- und Modefilialist Frasers erhöht den finanziellen Einsatz bei seinem Lieferanten Hugo Boss weiter. Die Aktien und Derivate, mit denen das vom Milliardär Mike Ashley (58) beherrschte Unternehmen bei Hugo Boss engagiert ist, seien zusammen bis zu 960 Millionen Euro wert, erklärte die Frasers Group in einer Pflichtmitteilung.

Ashley, Gründer von Englands größtem Sportartikelhändler Sports Direct, kennt sich mit forschen Deals aus. 2007 stieg er für kurze Zeit bei Adidas ein – und mit einem Gewinn von mit 29 Millionen Pfund wieder aus. Auch den 2007 erworbenen englischen Fußballclub Newscastle United verkaufte er 2021 wieder.

Mit Hugo Boss hat er offenbar andere Pläne: Als wichtigster Handelspartner von Boss auf der Insel möchte er aus seiner börsennotierten Frasers Group offenbar ein kleines Luxusimperium machen. Mit Flannels besitzt er zudem eine Nobelkette, darüber hinaus den Warenhausfilialisten House of Fraser und Anteile an der Luxustaschenmarke Mulberry.

Mit solch strategischen Beteiligungen sichere sich das Unternehmen neue Möglichkeiten, untermauere aber auch die langfristige Zukunft des bestehenden Geschäfts. "Frasers hat umfassende Ambitionen, das Geschäft in Großbritannien und darüber hinaus zu vergrößern, und lotet die Potenziale dafür ständig aus", hieß es dazu in der Mitteilung. Zuletzt hatte Frasers einen Anteil von 4,5 Prozent am Online-Modehändler N. Brown gemeldet und will zudem den australischen Online-Händler MySale übernehmen.

Bei Hugo Boss war Frasers 2020 eingestiegen . Die börsennotierte Frasers Group, an der Ashley 69 Prozent hält, ist derzeit direkt mit 4,3 Prozent an Hugo Boss beteiligt und hat über Put-Optionen Zugriff auf weitere 28,5 Prozent. Die neuen Beteiligungsverhältnisse hatte Hugo Boss schon Ende September veröffentlicht.

Insgesamt liegt der Anteil der Engländer damit inklusive der Finanzinstrumente bei 32,8 Prozent. Da sich jedoch keine 30 Prozent der Hugo-Boss-Aktien direkt im Fraser-Besitz befinden, sondern nur der kleinere Anteil von 4,3 Prozent Stammaktien, gibt es derzeit keine rechtlichen Voraussetzungen zur Abgabe eines Pflicht-Übernahme-Angebots, berichtete "Der Aktionär."

Die Put-Optionen werden zum Teil erst 2024 fällig. Die strategische Beteiligung an Hugo Boss sei Teil des normalen Geschäfts, betonte der Frasers-Vorstand. Im Juni hatte sich Frasers noch ausdrücklich zur Strategie und zum Management von Hugo Boss bekannt. Der Passus fehlt in der Mitteilung vom Montag.

Mike Ashley hatte das Unternehmen 1982 mit der Eröffnung eines Sportgeschäfts in Maidenhead gegründet. 2020 wurde der inzwischen auf mehrere hundert Filialen verschiedener Marken angewachsene Konzern von "Sports Direct" in "Frasers" umbenannt – ein Zeichen für die Strategie, ins gehobene Modesegment vorzudringen. Mittlerweile wird Frasers von Michael Murray (32) geführt, dem Schwiegersohn von Ashley.

hr mit Nachrichtenagenturen
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