Teure Investitionen Home24 rutscht immer tiefer in die roten Zahlen

Home24 Showroom in Wien: Aktionäre klammern sich an jeden Strohhalm

Home24 Showroom in Wien: Aktionäre klammern sich an jeden Strohhalm

Foto: home24

Investitionen in Software und ein neues Warenlager in Halle haben den Online-Möbelversender Home24 im ersten Halbjahr belastet. Der operative Verlust, gemessen am bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Millionen Euro auf 23,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte.

Dennoch will Home24 bis zum Jahresende weiter operativ auf bereinigter Basis die Gewinnschwelle erreichen. 2020 will das Unternehmen dann profitabel sein.

Die Prognose kam bei den Anlegern gut an: Der Aktienkurs  schoss um bis zu 17 Prozent nach oben. Allerdings war das Papier in den vergangenen Monaten auch abgestürzt, unter anderem weil das Unternehmen 2018 das Umsatzziel verfehlt hatte.

Trotz des heutigen Kurssprungs treibt die Kursentwicklung insgesamt den Anlegern aber eher die Tränen in die Augen. Im Vergleich zum Ausgabepreis von 23 Euro im Juni 2018 ging es seither um rund 85 Prozent nach unten. Der Börsenwert des Unternehmens, an dem der Start-up-Investor Rocket Internet  jetzt nur noch knapp 11 Prozent hält, liegt nur noch bei rund 90 Millionen Euro.


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Umsatz steigt - Jahresfehlbetrag aber auch

Beim Umsatz machten sich die Investitionen nun aber positiv bemerkbar. So steckte das Unternehmen viel Geld in Logistikzentren und Outlets, sowie dazugehöriges Inventar. Die ersten sechs Monate 2019 brachten dem Online-Möbelversender denn auch steigende Kundenzahlen und mehr Bestellungen. Der durchschnittliche Bestellwert ist allerdings gesunken. Dennoch stieg der Umsatz in diesem Zeitraum um 18 Prozent auf 178 Millionen Euro. Wechselkursveränderungen herausgerechnet war es ein Plus von 19 Prozent. Am Ziel für das laufende Jahr hält das Management fest und erwartet ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum um mindestens 18 Prozent.

Die Investitionen kosten allerdings auch viel Geld. So ist der Bestand an liquidem Vermögen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 61 Prozent auf 51,4 Millionen Euro gesunken. Und der Jahresfehlbetrag ist im gleichen Zeitraum um 10,2 Millionen Euro auf 42,8 Millionen Euro gestiegen.

Zudem sieht sich Home24 einem verschärften Konkurrenzkampf ausgesetzt. Wettbewerber Westwing musste im jüngsten Quartalsbericht eingestehen, dass die Kundenakquisitionskosten im zweiten Quartal gestiegen seien, weil US-Konkurrent Wayfair jetzt mehr Marketing in Deutschland mache. Das könnte sich über kurz oder lang auch in der Bilanz von Home24 niederschlagen.


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Bisher hält das Unternehmen aber an seinen Zielen für das laufende Jahr fest. Dazu gehört auch die Eröffnung des fünften Outlets und die Verbesserung der App.

mg/dpa-afx
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