Rückzug Henkel hat offenbar viele Interessenten für Russland-Geschäft

Henkel kommt mit seinem Rückzug aus Russland voran. Vorstandschef Carsten Knobel hat offenbar zahlreiche Interessenten für das Russland-Geschäft gefunden. Doch die Sanktionen und der Kreml erschweren den Verkaufsprozess.
Komplizierter Ausstieg: Vorstandschef Carsten Knobel verkauft Henkels Russland-Geschäft unter schwierigen Bedingungen

Komplizierter Ausstieg: Vorstandschef Carsten Knobel verkauft Henkels Russland-Geschäft unter schwierigen Bedingungen

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Es geht voran mit dem Rückzug aus Russland: Der Konsumgüterkonzern Henkel hat nach den Worten von Vorstandschef Carsten Knobel (53) eine hohe Zahl an Kaufinteressenten für sein Russlandgeschäft. "Der Großteil davon kommt aus Russland, es gibt aber auch ein paar internationale Bieter für unsere Geschäfte", sagte er der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

Der Verkaufsprozess sei allerdings kein normaler. "Die Sanktionen reglementieren die Bieter und es gibt keine internationalen Banken mehr vor Ort." Und wenn man einen Käufer habe, müsse der Verkauf noch von Russland autorisiert werden.

Der Hersteller von Pritt und Persil hatte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine seinen Rückzug aus Russland bekannt gegeben. Bis Ende des Jahres soll ein Deal besiegelt sein. Im Interview mit dem Manager Magazin  hatte Knobel im Juni angekündigt, nicht alles zu verkaufen, damit wichtige Technologien nicht in die Hände der Konkurrenz fallen.

Vor zwei Wochen hob Henkel seine Umsatzprognose dank florierender Geschäfte mit seinen Klebstoffen an und rechnet mit einem organischen Umsatzwachstum von 5,5 bis 7,5 Prozent im laufenden Jahr.

Aber auch die Kosten legen zu. "Wir gehen weiterhin von Kostensteigerungen im mittleren Zwanzig-Prozent-Bereich aus, das hat sich in den vergangenen Monaten auf diesem Niveau gefestigt", sagte Knobel der Zeitung. Es sei noch zu früh um zu sagen, wie es 2023 weitergehe. "Wir leben in einer Zeit, in der man unmöglich verlässlich planen kann, was in den nächsten Wochen passiert."

dri/Reuters
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