Verbandsstudie Einzelhandel verliert 41.000 Geschäfte durch Corona-Pandemie

Im Einzelhandel mussten während der Corona-Pandemie mehr als 40.000 Händler ihre Geschäfte aufgeben. Laut Handelsverband sind das achtmal so viele wie vor der Pandemie.
Einzelhandel: Nicht nur Filialen der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof verschwinden vom Markt

Einzelhandel: Nicht nur Filialen der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof verschwinden vom Markt

Foto: Georg Wendt / dpa

Der Einzelhandel in Deutschland ist weiter auf Schrumpfkurs: "Im Vergleich zu 2019 haben wir rund 41.000 Geschäfte verloren. Filialketten haben teils 30 Prozent ihrer Standorte aufgegeben", sagte der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Alexander von Preen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zum Vergleich: In Vor-Coronazeiten gaben bundesweit nur rund 5000 Läden pro Jahr ihre Geschäfte auf. Derzeit gibt es bundesweit noch etwa 312.000 Läden.

Aktuell belasten die hohen Energiepreise "den ganzen Handel teils existenziell", sagte von Preen. "Die Energiekosten betragen im Handel etwa 1,5 bis 2 Prozent vom Umsatz. Gleichzeitig liegen die Umsatzrenditen nur bei 1,5 bis 3 Prozent. Wenn sich die Energiepreise verdoppeln oder sogar verzehnfachen, dann schrumpft der Gewinn vielerorts auf null."

"Die meisten verschwinden leise vom Markt"

Manche Händler müssten sogar ans Eigenkapital gehen, das schon durch die Corona-Lockdowns stark angegriffen sei. Besonders leide der Lebensmittelhandel mit großen Kühltheken. Grundsätzlich helfen die staatlichen Hilfen für die Strom- und Gaspreisbremsen, sagte von Preen. "Ein Problem für die Berechnung ist für uns der Bezugszeitraum 2021. Hier sollten wenigstens die Lockdown-Zeiten herausgerechnet werden", sagte der HDE-Präsident. Wichtig sei auch die Härtefallregelung – "wenn die Preisbremsen gut funktionieren, werden wir sie aber hoffentlich kaum in Anspruch nehmen müssen".

Die meisten Läden "verschwinden leise vom Markt – ohne Insolvenzverfahren", erklärte von Preen den Zeitungen. "In der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Rücklagen aufgebraucht. Dies kann größere Betriebe sogar schneller treffen als kleinere." Der HDE-Präsident erwartet dennoch keine große Insolvenzwelle. "Vielmehr wird es eine Verschiebung zu neuen Ideen und Angeboten geben."

la/dpa
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