Samstag, 23. November 2019

Thanksgiving Erste Händler boykottieren Feiertags-Rabattschlacht

"Black Friday" bei Target: Der vorweihnachtliche Einkaufshype nimmt mancherorts immer absurdere Züge an

Mit Thanksgiving fällt in den USA regelmäßig der Startschuss zu einer vorweihnachtlichen Einkaufsorgie. Doch während viele deutsche Händler gerade erst auf den Zug aufspringen und "Black-Friday"-Rabatte bieten, führen erste US-Händler schon wieder die Feiertagsruhe ein. Aus gutem Grund.

New York/Hamburg - "Black Friday", "Cyber Monday", der chinesische "Singles Day" und seit neustem auch noch "Sofa Sunday". Fast jährlich, so scheint es, zaubern Händler und Hersteller neue Shoppingevents aus dem Ärmel um die Konsumlust der Kunden anzuheizen und den Umsatz in die Höhe zu treiben.

Mit viel Erfolg: Selbst nationale Medien listen in den USA für ihre Kunden mittlerweile die besten Deals auf und leisten sogar Hilfestellung, wie sich computergestützt die beste Karte zum Abklappern der besten vorweihnachtlichen Angebote erstellen lässt. Fast jährlich erklimmen die Umsatzahlen neue Höhen. So setzte allein der chinesische Onlinehändler Alibaba Börsen-Chart zeigen bei dem von ihm selbst ins Leben gerufenen Shopping-Tag "Singles Day" Mitte November umgerechnet mehr als 7,4 Milliarden Euro um.

Ein Trend, auf den mittlerweile auch immer mehr deutsche Händler aufspringen. Amazon Börsen-Chart zeigen ist schon seit mehreren Jahren mit speziellen Angeboten in der "Cyber-Monday"-Woche mit dabei, Otto propagiert den "Black Friday" und auch Handelsketten wie Saturn oder Douglas bieten mittlerweile spezielle "Black-Friday"-Rabatte, um Umsatz und womöglich Marktanteile dazuzugewinnen.

Der Startschuss zum Shoppingwahn fällt traditionell an Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest am letzten Donnerstag im November. Läden wie der US-Händler K-Mart öffnen an diesem Feiertag schon um sechs Uhr morgens und bleiben ununterbrochen teils mehr als 42 Stunden in den sich anschließenden "Black Friday" hinein geöffnet. Danach geht es ans Online-Shoppen: Am "Sofa Sunday" und dem darauffolgenden "Cyber Moday" sind dann die Onlinehändler mit ihren Rabatten dran.

Alleine im letzten Jahr stürmten laut US-Händlervereinigung 141 Millionen US-Amerikaner über das Thanksgiving-Wochenende die Läden und ließen dort pro Kopf im Durchschnitt 413 Dollar - rund 61,4 Milliarden Dollar zusammengenommen.

Und auch in diesem Jahr will laut einer Befragung von PricewaterhouseCoopers fast jeder zweite Amerikaner an Thanksgiving entweder Läden oder Internet nach potenziellen Weihnachtsgeschenken durchstöbern und auch kaufen.

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