Handel Konsumstimmung steigt im Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der Verbraucher erhöht sich im Dezember mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft. Dennoch bleibt sie hinter den Erwartungen: Die unsichere Lage mit hohen Energiepreisen dämpft die Stimmung.
"Die allgemein unsichere Lage mit hohen Energiepreisen dämpft die Stimmung nach wie vor erheblich": Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE

"Die allgemein unsichere Lage mit hohen Energiepreisen dämpft die Stimmung nach wie vor erheblich": Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE

Foto: Rolf Vennenbernd / picture alliance/dpa

Inmitten der für die Einzelhändler so wichtigen Adventszeit erholt sich die Stimmung der Verbraucher in Deutschland. Das entsprechende Barometer stieg im Dezember den zweiten Monat in Folge auf 87,8 Punkte zu, nach 85,21 Punkten im November, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag zu einer Umfrage unter 1600 Menschen mitteilte.

"Im Weihnachtsgeschäft könnte die Aufwärtsbewegung für Impulse beim privaten Konsum sorgen." Insbesondere der Anstieg der Anschaffungsneigung könnte einen positiven Effekt haben. Auch seien die Einkommenserwartungen und Konjunkturentwicklung optimistischer bewertet worden, was mit dem robusten Arbeitsmarkt und der zuletzt gesunkenen Inflation zusammenhängen könnte.

Weihnachtsgeschäft bleibt dennoch hinter Erwartungen

Das Weihnachtsgeschäft hat dem HDE zufolge bis zum zweiten Advent etwas an Fahrt aufgenommen. Insgesamt bleibe es aber hinter den Erwartungen zurück. "Die Kundinnen und Kunden sind noch deutlich zurückhaltend unterwegs, die allgemein unsichere Lage mit hohen Energiepreisen dämpft die Stimmung nach wie vor erheblich", erläuterte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth (59). Dennoch sei vielerorts etwas mehr Schwung in das Geschäft gekommen, insbesondere bei größeren Handelsunternehmen.

Der HDE erwartet für November und Dezember einen Gesamtumsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Das wäre zum Vorjahr ein nominales Plus von 5,4 Prozent in der Kasse, aber nach Abzug steigender Preise inflationsbereinigt ein reales Minus von 4 Prozent. Die Teuerungsrate hat im Oktober mit 10,4 Prozent den höchsten Stand seit 1951 erreicht, ging im November dann auf 10,0 Prozent zurück.

Das nagt an der Kaufkraft der Verbraucher. Im Sommerquartal fielen die Reallöhne bereits im Rekordtempo von 5,7 Prozent. "Wegen der Inflationssense werden die Verbraucher die Köpfe weiter einziehen", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger, voraus.

mje/ Reuters/ AFP
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