Millionenverlust Modekette H&M zieht sich aus Russland zurück

Der Modehändler H&M stellt seine Geschäfte in Russland nun vollständig ein. Der Rückzug kostet das Unternehmen laut CEO Helena Helmersson rund 190 Millionen Euro.
Abschied aus Russland: H&M-CEO Helena Helmersson beziffert die Kosten des Rückzugs auf 190 Millionen Euro

Abschied aus Russland: H&M-CEO Helena Helmersson beziffert die Kosten des Rückzugs auf 190 Millionen Euro

Foto: JONAS EKSTROMER/ AFP

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) zieht sich vollständig vom russischen Markt zurück. Die Fortführung des 2009 gestarteten Geschäfts sei in dem Land "angesichts der aktuellen Lage unmöglich", erklärte Firmenchefin Helena Helmersson (49) am Montag in Stockholm. H&M hatte seine Läden in Russland bereits im März als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine geschlossen.

Firmenchefin Helmersson zeigte sich in der Erklärung "tief betrübt über die Folgen, die dieser Schritt für die Kollegen haben wird". H&M bezifferte die Kosten des Rückzugs aus Russland auf etwa zwei Milliarden Kronen (rund 190 Millionen Euro). Dieser Betrag soll als Einmalkosten in der Bilanz für das dritte Quartal auftauchen.

Die Textilkette hatte sich mit Blick auf das erwartete Abebben der Corona-Pandemie ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre gesetzt. Getragen werden soll das Wachstum durch den Ausbau des Onlinegeschäfts sowie den Eintritt in neue Märkte, teilte das Unternehmen in Stockholm mit. Um diese Ziele zu erreichen, wird H&M seine Investitionen erhöhen. So soll bis spätestens 2030 der Umsatz im Vergleich zu 2021 verdoppelt werden. Die operative Marge soll die 10-Prozent-Marke bereits bis 2024 erreichen.

Zur H&M-Gruppe zählen neben der Modekette Hennes & Mauritz auch weitere Marken wie COS, Weekday und Arket. Im Zuge des Abwicklungsprozesses sollen die Filialen nun vorübergehend und zeitlich begrenzt wiedereröffnet werden, um Restbestände zu verkaufen.

mje/Reuters, dpa
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