Dienstag, 17. September 2019

Aktie mit Kurssprung H&M-Umsatz steigt wieder - Anleger atmen durch

H&M: Die angeschlagene Textilkette hat den Internettrend verpennt
AP/Lang xinchen - Imaginechina
H&M: Die angeschlagene Textilkette hat den Internettrend verpennt

Die angeschlagene schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Im dritten Quartal sei der Umsatz ohne die anfallende Mehrwertsteuer um 9 Prozent auf 55,8 Milliarden schwedische Kronen (5,3 Milliarden Euro) gestiegen, teilte der Konkurrent des spanischen Konzerns Inditex am Montag in Stockholm mit. Damit übertraf H&M die Erwartungen der Analysten.

Der Vorstand räumte allerdings ein, Kosten für ein neues Logistiksystem in wichtigen Märkten wie die USA, Frankreich, Italien und Belgien drückten auf die Margen. Mit den neuen Prozessen will H&M schneller auf Markttrends reagieren können und die Vernetzung zwischen den Filialen und dem Onlineverkauf vorantreiben. Der Konzern wird den vollständigen Quartalsbericht am 27. September veröffentlichen. Angaben zum Gewinn machte H&M - wie bei der ersten Mitteilung zur Umsatzentwicklung des vergangenen Quartals - nicht.

Verantwortlich für den höheren Umsatz war laut H&M zum einen die schwache schwedische Krone, aber auch Marktanteilsgewinne und gut laufende Räumungsverkäufe. Auch die Online-Offensive und ausgewogenere Kollektionen seien Teil des Erfolgs.

H&M-Aktie gewinnt 18 Prozent

Die leidgeplagten Anleger von H&M ließ die Umsatzentwicklung aufatmen. Die Papiere Börsen-Chart zeigen des angeschlagenen schwedischen Textilhändlers setzen mit einem Kurssprung um gut 18 Prozent zur deutlichsten Erholungsrally seit Jahren an.

In den vergangenen Jahren hat die H&M-Aktie rund zwei Drittel ihres Werts verloren und ist derzeit so billig wie Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Der schwedische Konzern ist damit nur noch mit umgerechnet knapp 20 Milliarden Euro bewertet. Zum Vergleich: Der spanische Konzern Inditex, der immer noch zur Hälfte seinem Gründer Amancio Ortega gehört, kommt auf mehr als das Vierfache.

H&M kämpft derzeit an mehreren Fronten. Was günstige modische Kleidung angeht, sind die Schweden längst nicht mehr das Maß aller Dinge. Anbieter wie beispielsweise Primark sind billiger. Auch bei der Umsetzung aktueller Trends ist der Konzern nicht so flott unterwegs wie beispielsweise der spanische Textilriese Inditex, zu dessen Reich die Marken Zara, Massimo Dutti, Bershka und Pull & Bear gehören. Erschwerend hinzu kommt, dass H&M recht spät im Internet gestartet ist und nun aufholen muss.

mg/dpa-afx, rtr

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