Montag, 23. September 2019

Kraft Heinz liefert nicht mehr an deutsche Handelskette Der Ketchup-Krieg zwischen Edeka und Kraft Heinz

Im Streit mit Edeka verhängt Kraft Heinz für Ketchup und Co. Lieferstopp

Nestlé Börsen-Chart zeigen, Mars und Red Bull - Edeka streitet sich erbittert und unerschrocken mit Lebensmittelherstellern um jeden Cent. Hatte der größte hiesige Lebensmittelhändler diverse Produkte in der Vergangenheit einfach ausgelistet, um sich nach wochenlangen, manchmal monatelangem Streit schließlich auf einen Kompromiss zu einigen, ist es in diesem Fall offenbar der Hersteller, der beschlossen hat, nicht mehr zu liefern.

Die "Lebensmittelzeitung" (LZ) berichtet, dass Kraft Heinz Börsen-Chart zeigen kein Ketchup sowie andere Saucen mehr an Edeka liefere. Hintergrund sei wieder der Streit um Preiserhöhungen. Edeka wollte die Steigerung im zweistelligen Prozentbereich nicht mitgehen, heißt es. Heinz hätte daraufhin die Belieferung gestoppt. Harter Schlag, denn Heinz Ketchup hat laut "LZ" immerhin einen Marktanteil bei Ketchup von 46,7 Prozent. Allein der Ketchup-Markt mache hierzulande etwa 175 Millionen Euro aus. Bei Grillsaucen soll Heinz 12,1 Prozent Marktanteil halten und sei damit ebenfalls Marktführer.

Kraft Heinz begründet die Preissteigerung demnach mit einer "Mehrwertstrategie" für den deutschen Markt. Aktionen bei Discountern sollten laut Bericht reduziert, stattdessen die Vollsortimenter mit Qualität und neuen Produkten gestärkt werden. Edeka selbst sehe die Preiserhöhungen dem Bericht zufolge als unbegründet an und mache die Finanzinvestoren wie Warren Buffett hinter Kraft Heinz als Schuldige aus. Der Konzern steht derzeit stark unter Druck, gerade wurde eine Milliardenschwere Abschreibung bekanntgegeben sowie mitgeteilt das die US-Börsenaufsicht SEC die Rechnungslegung prüfe. Die Aktie verlor daraufhin annähernd 20 Prozent.

Angesichts schrumpfender Lagerbestände versucht Edeka derweil die Lücken, die Kraft Heinz reißt, mit Produkten von Herstellern wie Hela, Kühne, Knorr und Eigenmarken zu stopfen. Doch laut der Branchenzeitung reiche dies nicht aus. Edeka unternehme nun den Versuch, unter dem Label "Papa Joe's" eigene Grillsaucen, Tomatenketchup und Mayonnaise anzubieten. Die Marke gehörte einst dem Discounter Plus, den Edeka im Jahr 2008 von Tengelmann übernommen hatte. Laut "LZ" äußerten sich Kraft Heinz sowie Edeka nicht zu dem aktuellen Lieferstopp. Die meisten Handelsunternehmen hätten aber wohl die Preiserhöhung akzeptiert.

akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung