Donnerstag, 22. August 2019

Eigentümer baut um René Benko setzt neuen Chefaufseher bei Kaufhof ein

Wolfram Keil: Neben dem Aufsichtsratsvorsitz von Karstadt ist jetzt auch Chefaufseher von Kaufhof

Der Warenhauskönig René Benko setzt die Fusion von Kaufhof und Karstadt nun auch in den obersten Kontrollgremien der Kaufhäuser fort. Wolfram Keil, Finanzchef der Signa Gruppe, übernimmt zusätzlich zum Aufsichtsratsvorsitz von Karstadt nun auch die gleiche Funktion bei Kaufhof.

Das hat der Kaufhof-Aufsichtsrat auf seiner fast fünfstündigen Sitzung am Mittwoch beschlossen. Er ersetzt mit sofortiger Wirkung Bernd Beetz, der seinen Posten niedergelegt hat. Der ehemalige Chef des Luxusgüterkonzerns Coty war damals als Vertreter des kanadischen Konzerns Hudson's Bay Company (HBC) in den Aufsichtsrat eingezogen.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Mitte Juni hatte Benkos Signa Holding mitteilte, dass man die restlichen Anteile der Warenhausgruppe von HBC übernehmen werde. Die Kanadier waren zuletzt noch mit 49,99 Prozent an Kaufhof beteiligt.

Ein Sanierer, der nicht lange fackelt

Keil gilt als Sanierer, der nicht lange fackelt. Vor seinem Engagement bei den Österreichern war der Immobilienexperte bei diversen Finanzinvestoren beschäftigt. Von Terra Firma über Cerberus bis hin zu Square Four - Unternehmen, die im Volksmund gerne auch Heuschrecken genannt werden.

Bei den Arbeitnehmern von Kaufhof stößt die Berufung Keils auf Skepsis, gilt er im Gegensatz zu Beetz als wenig diplomatisch. Besonders Kaufhof drohen im Zuge der Fusion harte Einschnitte mit Stellenstreichungen. Bereits nach dem schlechten Weihnachtsgeschäft hatte der Chef der Warenhaus AG, Stephan Fanderl angekündigt, bei Karstadt und Kaufhof 2600 Vollzeitstellen zu streichen.


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Die Stimmung bei den Beschäftigten ist dementsprechend schlecht. Eine Entscheidung des Aufsichtsrats dürfte diese nicht steigern: Die Hauptverwaltung von Kaufhof in Köln soll bis Ende des Jahres geschlossen werden - der Mietvertrag läuft aber noch bis 2028.

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