Montag, 20. Januar 2020

Streit um Tarifvertrag eskaliert Galeria Karstadt Kaufhof - jetzt wird gestreikt

In 68 Filialen von Kaufhof, 16 Filialen von Karstadt Sports sowie in Filialen von Karstadt Feinkost wird am heutigen Donnerstag gestreikt

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat Beschäftigte der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof für Donnerstag zu Streiks aufgerufen. Mitarbeiter in bundesweit 68 Filialen von Kaufhof, in 16 Filialen von Karstadt Sports sowie in "rund acht" Filialen von Karstadt Feinkost würden die Arbeit niederlegen, kündigte Verdi in Berlin an. Die Gewerkschaft will in den ab Donnerstag anstehenden Tarifverhandlungen "endlich zu einer Lösung kommen".

"Die Beschäftigten bei Kaufhof, aber auch Karstadt, sind sauer", sagte Verdi-Verhandlungsleiter Orhan Akman. "Sie verlangen, dass es endlich eine sichere tarifvertragliche Lösung für die Zukunft des Warenhauses und ihre Arbeitsplätze gibt." Ein Sprecher des Warenhauskonzerns wollte sich zunächst nicht äußern.

Der Eigentümer, der österreichische Investor René Benko, müsse zudem "Geld in die Hand nehmen, um in das Warenhaus zu investieren". Auch leitende Angestellte und das Management müssten einen Beitrag zur Sanierung leisten, wenn das Unternehmen von den Beschäftigten Verzicht einfordere.


Lesen Sie auch: Was Karstadt mit Sportscheck vorhat


Die Gewerkschaft und der Warenhauskonzern ringen bereits seit Monaten um eine Lösung. Neue Tarifgespräche sind für den heutigen Donnerstag und Freitag anberaumt. Ohne ein neues Abkommen könnte der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt auf das gesamte Unternehmen angewendet werden, was zu Einbußen für die Kaufhof-Mitarbeiter führen könnte, hatten Vertreter der Arbeitnehmer gewarnt.

Der Tarifvertrag solle letztlich für alle rund 28.000 Beschäftigten gelten, die für die bisherigen Warenhäuser von Kaufhof und Karstadt sowie für Karstadt Sport und Karstadt Feinkost tätig seien, hatte Verdi gefordert.

Kaufhof ist seit einem Jahr Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem früheren Erzrivalen Karstadt. Eigner ist die österreichische Signa-Gruppe des Immobilien- Investors Rene Benko.

rei/afp

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung