Dienstag, 25. Juni 2019

Der Masterplan hinter der Deutschen Warenhausholding Wie die Fusion Kaufhof und Karstadt retten soll

Karstadt/Kaufhof: Die Warenhausehe ist beschlossene Sache

3. Teil: Welche Aufgaben die neue Holding jetzt angehen muss

Wie soll der neuen Handelsriese heißen?

Zunächst sollen sowohl Kaufhof als auch Karstadt wie gewohnt weiter unter den bewährten Markennamen agieren. Sollte die Fusion durchgehen, ist aber zu erwarten, dass zumindest die beiden Warenhäuser unter ein gemeinsames Markendach gepackt werden. Welches dies sein wird, dazu wollte man sich am Dienstag noch nicht äußern. Dass es eine "Deutsche Warenhaus AG" wird dürfte auch aufgrund der aktuellen Holdingsstruktur und der internationalen Ausrichtung allerdings recht unwahrscheinlich sein.

Wie bewerten die Wettbewerbshüter das Zusammengehen?

Eine offizielle Bewertung gib es so kurz nach der Bekanntgabe der Fusion natürlich noch nicht. Doch Kartellamtspräsident Andreas Mundt hat bereits angekündigt, die Fusionspläne auf jeden Fall genau unter die Lupe zu nehmen: Man stelle sich auf ein "extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein", hieß es bei der Behörde. Schließlich müssen nicht nur die Konsequenzen für den Onlinehandel und die Kunden, sondern auch die für die Lieferanten unter die Lupe genommen werden. Und dies nicht nur bundesweit, sondern auch getrennt für einzelne Regionen. Einige Monate dürfte der Prozess also wohl mindestens dauern.

Ob der Onlinehandel der beiden Warenhäuser bei der Prüfung eine erhebliche Rolle spielen dürfte, ist allerdings fraglich: Rangierte Kaufhof bei einem Umsatzranking der größten Onlinehändler in Deutschland des EHI Retail Instituts doch in diesem Jahr auf Rang 49. Karstadt schnitt mit Platz 96 sogar noch schlechter ab.

Wie wollen die beiden Traditionshäuser wieder mehr Kunden gewinnen?

Zum einen, indem sich die einzelnen Häuser wieder mehr auf ihr jeweiliges Klientel konzentrieren und auf deren Bedürfnisse. So stärkte beispielsweise Karststadt zuletzt einige kleinere Häuser in ihrer Rolle als Nahversorger: Stärkte das Click& Collect-Angebot, bei dem Kunden vorher im Internet bestellte Ware nur abholen müssen. Oder vermietete ganze Etagen an Discounterketen wie Aldi unter.

Und auch an zentraleren Standorten versuchen die Warenhausriesen - zum Teil offenbar auch mit Erfolg - jüngere Kunden und ausgabefreudige Touristen wieder vermehrt zu sich zu locken. Mit so genannten Shop-in Shops von Marken wie Cyberport oder Sephora oder dm soll diese Strategie vor allem bei jüngeren Kunden vereinzelt auch schon gut angelaufen sein.

mit Material von dpa und reuters

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