Freitag, 21. Juni 2019

Der Masterplan hinter der Deutschen Warenhausholding Wie die Fusion Kaufhof und Karstadt retten soll

Karstadt/Kaufhof: Die Warenhausehe ist beschlossene Sache

2. Teil: Drohen jetzt massive Stellenstreichungen?

Was bedeutet das Zusammengehen für die rund 32.000 Beschäftigten?

Zu etwaigen Stellenstreichungen und Standortschließungen äußerten sich beide Parteien am Dienstag nicht. Aber natürlich fürchten viele Beschäftigte um ihre Jobs. Ist doch das erklärte Ziel der Fusion, gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähiger zu werden.

In diversen Medien kursierte zuletzt eine Zahl von angeblich 5000 Jobs, die auf der Kippe stehen sollen. Tatsächlich hatte sich Karstadt vor zwei Jahren mit der Gewerkschaft ver.di auf eine Standort- und Beschäftigungsgarantie für mehr als 15.000 Beschäftigten und 78 Filialen bis Frühjahr 2021 geeinigt.

Bei Kaufhof, wo bereits im abgelaufenen Jahr 1300 Stellen abgebaut wurden, sieht das Ganze allerdings anders aus: Hier hatten die beiden Parteien Gespräche für einen Sanierungstarifvertrag angesichts der Fusionsgespräche auf Eis gelegt.

Verdi spricht sich gegen Fusion aus

Und auch die Tatsache, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren laut Unternehmenskreisen die Mietverträge von rund 10 Prozent der Häuser auslaufen und diese dann auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden sollen, dürfte nicht für Ruhe in der Belegschaft sorgen.

Die Sorge ist so groß, dass sich Verdi am Dienstag gegen eine Fusion aussprach.

Wie geht es nun weiter?

Bis die Wettbewerbshüter grünes Licht für die neue Warenhausholding geben, sollen beide Unternehmen weiter separat wirtschaften. Allerdings hat die Fusion neue Liquidität gebracht. Sowohl HBC als auch Karstadt-Eigner René Benko brachten jeweils demnach 100 Millionen Euro in die Warenhausholding ein. Hinzu kommen laut Unternehmenskreisen weitere 200 Millionen Euro aus dem Verkauf des Kaufhofs in Köln und des Carsch-Hauses in Düsseldorf, die Benko komplett übernommen hat.

Dazu, wie diese 400 Millionen verwandt werden soll, äußerte sich das Unternehmen nicht. Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor berichtet, ein dreistelliger Millionenbetrag sei alleine für Abfindungen eingeplant.

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