Montag, 14. Oktober 2019

Künftige Haniel-Aufsichtsratschefin Doreen Nowotne Stille Macht

Die designierte Haniel-Aufsichtsratschefin Doreen Nowotne

2. Teil: Rasanter Aufstieg außerhalb des öffentlichen Radars

Danach geht es in stetigen Schritten weiter: Mit Stationen bei UBS Capital und dem Finanzinvestor BC Partners. Und zwischendurch noch einem Führungskräfteprogramm an der Privaten Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne. Deutlich vor der Einführung der gesetzlichen Frauenquote sitzt Nowotne bereits im mehreren Aufsichtsräten - und mit wachsender Praxis steigt die Zahl der Ämter.

An ihren Erfahrungen lässt sie andere teilhaben, engagiert sich: In Frauennetzwerken wie FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte), als Mentorin für Migranten oder bei der Kinderschutzorganisation Save the children. Selten in der ersten Reihe. Und ohne großes Aufheben davon zu machen. Ein Charakterzug, der ganz nach dem Geschmack des scheidenden Aufsichtsratschefs Franz Markus Haniel sein dürfte, der Nowotnes Fähigkeiten ganz offensichtlich bereits im Zuge ihres Haniel-Aufsichtsratsmandates schätzen gelernt hat.

Mit dem Umbau bei Haniel hat sich Nowotne, die Beobachter als sehr erfahren, zurückhaltend und humorvoll schildern, nun eine echte Herausforderung gesucht.

Denn bislang waren die Versuche der Familie, mit einer Private-Equity-ähnlichen Struktur wieder zu alter Größe zu kommen, von wenig Erfolg gekrönt. Das Portfolio mit Handel, Hygiene, Textil und Verpackungsunternehmen eher klassisch denn visionär. Und weit weg von den Megatrends, mit denen die Dynastie nun ihre Rendite pushen will.

Nun hofft Haniel - auch mit einem möglichen Verkauf seiner restlichen Metro-Anteile an den tschechischen Metro-Investor Daniel Kretinsky auf einen Neuanfang. Allerdings ohne sich zu weit von den Familienwerten zu entfernen.

Eine Gratwanderung. Doreen Nowotnes nächste Herausforderung. Diesmal in der ersten Reihe.

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