Online-Optiker Fielmann-Konkurrent Mister Spex will an die Börse

Die Börsengangs-Pipeline an der Frankfurter Börse füllt sich. Neben Bike24 und About You hat nun auch der Online-Optiker Mister Spex seine Pläne offengelegt. Im Herbst soll der Sprung aufs Parkett gelingen.
Endkontrolle bei Spex-Brillen: Der Online-Optiker will an die Börse

Endkontrolle bei Spex-Brillen: Der Online-Optiker will an die Börse

Foto: Philip Nuernberger

Der Berliner Online-Optiker Mister Spex will bis Ende September an die Frankfurter Börse gehen. Der Börsengang werde voraussichtlich neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bestehende Papiere bestimmter Altaktionäre umfassen, teilte Mister Spex am Montag mit  (siehe Download). Zu den Eigentümern zählen unter anderem die Investoren Goldman Sachs, DN Capital, Scottish Equity Partners und XAnge.

"Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unsere Position als führende, grundlegend digital ausgerichtete europäische Omnichannel-Optikmarke zu stärken und unsere langfristige Wachstumsstrategie zu unterstützen", sagt Dirk Graber, Gründer und Vorstand, laut Mitteilung.

Der Optiker will aus dem Verkauf der neuen Aktien brutto mindestens 225 Millionen Euro einspielen. Mit dem Geld will der Vorstand das Wachstum in Deutschland und international beschleunigen, die technologische Basis ausbauen und einen Überbrückungskredit finanzieren.

Der 2007 gegründete Optiker begann als reiner Online-Optiker, betreibt nach eigenen Angaben Online-Shops in zehn Ländern und mittlerweile mehr als 40 Geschäfte in Deutschland, Österreich und Schweden. Dazu kommen rund 400 Partneroptiker. Seit mehr als einem Jahrzehnt wachsen die Umsätze kontinuierlich. Im vergangenen Jahr steigerte Mister Spex laut eigenen Angaben die Erlöse um 18 Prozent auf 164 Millionen Euro , während die Branche coronabedingt in Folge geschlossener Geschäfte zwischen 10 und 13 Prozent schrumpfte. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen laut Bundesanzeiger  einen Verlust von rund 9,9 Millionen Euro vor Steuern, nach rund 9,2 Millionen Euro das Jahr zuvor.

Brillenanprobe und Sehtest online via Computer

Mister Spex gilt in der Branche als innovativ. So können Kunden bereits seit 2011 im Online-Shop Brillenmodelle dreidimensional testen. Direkt am PC, Tablet oder Smartphone können sie mithilfe der integrierten Kamera verschiedenste Modelle "anprobieren". Dabei sollen sich die Brillen allen Kopfbewegungen anpassen, sodass die Anprobe einem Spiegelbild sehr nahekomme, heißt es. Damit die Kunden auch die richtige Brillenglasstärke erhalten, können sie seit vergangenen Jahr online auch Sehtests machen.

Wie sieht das denn aus? Mister Spex ermöglicht seinen Kunden bereits seit fast einem Jahrzehnt eine Online-"Anprobe" von Brillengestellen

Wie sieht das denn aus? Mister Spex ermöglicht seinen Kunden bereits seit fast einem Jahrzehnt eine Online-"Anprobe" von Brillengestellen

Foto: Mister Spex

Dem Optiker scheint die Verknüpfung von Online-Geschäft und stationärem Handel gut zu gelingen. "In den Regionen, in denen wir einen Laden haben, wächst nicht nur der Laden stark, sondern auch das Onlinegeschäft wird nach zwei bis drei Jahren kräftig belebt", zitiert die "FAZ"  Vorstand Mirko Caspar. Dabei verlange das Unternehmen offline wie online für das identische Modell den gleichen Preis.

Auch Wettbewerber wie der Platzhirsch Fielmann haben mittlerweile erkannt, dass sich Brillen online gut verkaufen lassen und wollen hier ihre Präsenz ausbauen. Marc Fielmann erklärte bereits vergangenen Sommer im Interview mit manager magazin, bis 2025 rund ein Fünftel der Umsätze online erwirtschaften zu wollen. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Fielmann-Umsätze auf rund 1,125 Milliarden Euro. Die Nummer Zwei im Markt, Apollo Optik, brachte es auf rund 735 Millionen Euro.

Seinen Stammsitz hat der Online-Optiker Mister Spex in Berlin, wo mittlerweile rund zwei Drittel der Gläser automatisiert eingeschliffen werden und nahezu 20.000 Pakete täglich das Lager verlassen. Um sich eine jüngere Käuferklientel zu erschließen, arbeitet Mister Spex mit Influencern zusammen und ist auf verschiedenen Social-Media-Kanälen unterwegs. Laut eigenen Angaben habe Mister Spex so seinen Bekanntheitsgrad bei modebewussten und onlineaffinen Menschen zwischen 20 und 49 Jahren auf zuletzt 72 Prozent gesteigert. Europaweit zähle Mr. Spex fünf Millionen Kunden.

rei
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