Optik-Kette überrascht Analysten Fielmanns gelungene Kehrtwende

Nach Filialschließungen in der Corona-Krise blickt die Optik-Kette Fielmann jetzt klarer und zuversichtlicher auf das zweite Halbjahr. Investoren und Analysten zeigte sich vom Ausblick angetan.
Fielmann-Brillengeschäft: Die Geschäftsaussichten haben sich aufgeklart

Fielmann-Brillengeschäft: Die Geschäftsaussichten haben sich aufgeklart

Foto: Christians dpa/lno

Die Optik-Kette Fielmann traut sich angesichts der jüngsten Geschäftsbelebung eine Prognose für das laufende Jahr zu. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Filialschließungen hatten den Konzern schwer getroffen, im Mai und Juni erholte sich das Geschäft aber recht schnell, wie der Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte . Gründersohn Marc Fielmann (30), der den Konzern seit rund zwei Jahren führt, geht jetzt für 2020 von einem Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro aus. Das wären mehr als 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern solle bei mehr als 100 Millionen Euro liegen. Das wäre ein Rückgang um mindestens rund 60 Prozent.

Im ersten Halbjahr sank der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf 611 Millionen Euro nach 758 Millionen ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern schrumpfte von 128 auf 35 Millionen Euro. Nach einem Rückgang des Geschäfts im April um 70 Prozent im Jahresvergleich wuchs der Umsatz im Juni wieder um 3 Prozent. Fielmann verwies zudem auf "erhebliche Kosteneinsparungen" im zweiten Quartal. Trotzdem investiere das Unternehmen weiter in den Ausbau seiner digitalen Verkaufsplattformen.

Marktexperten sahen ihre Erwartungen trotz der prognostizierten Rückgänge im Gesamtjahr übertroffen. Die Umsätze seien im zweiten Quartal weniger schlecht als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Volker Bosse von der Baader Bank. Die strukturellen Wachstumsaussichten für das Unternehmen seien intakt. Der Experte Oliver Metzger von der Commerzbank ergänzte, Fielmann sei die Kehrtwende früher als gedacht gelungen.

Die im SDax gelisteten Papiere von Fielmann  zählten gegen Mittag zu den Favoriten und konnten um rund 4 Prozent auf 64,05 Euro zulegen. Damit durchbrachen die Anteilsscheine die 50-Tage-Durchschnittslinie nach oben, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Der Kurs der Aktie liegt zwar immer noch mehr als 16 Prozent unter dem Wert vor Beginn der Corona-Krise, jedoch weit entfernt von seinem Tief bei unter 42 Euro.

rei/dpa