Salmonellen-Skandal Staatsanwälte ermitteln gegen Ferrero

Hunderte Menschen erkrankten an mit Salmonellen verseuchten Produkten von Ferrero. Jetzt räumt der Süßwarenriese Fehler beim Rückrufmanagement ein. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.
Überraschung mit Salmonellen: Ferrero hat diverse "Kinder"-Produkte zurückgerufen

Überraschung mit Salmonellen: Ferrero hat diverse "Kinder"-Produkte zurückgerufen

Foto: MANUEL; GEISSER / IMAGO

Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Salmonellen-Ausbruch beim Süßwarenriesen Ferrero gegen das Unternehmen. Die Ermittlungen stehen in Verbindung zu einer Fabrik in Arlon, die Ferrero vergangene Woche auf Behördenanweisung schließen musste, wie die Nachrichtenagentur Belga und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg berichteten. Zuvor waren Hunderte Salmonellen-Fälle in ganz Europa mit dort produzierten Süßigkeiten in Verbindung gebracht worden.

Die Aufsichtsbehörde Afsca hatte Ferrero am Freitag die Produktionslizenz für das Werk in Arlon vorübergehend entzogen, bis alle Regeln und Anforderungen der Lebensmittelsicherheit erfüllt seien. Außerdem rief das Unternehmen alle "Kinder"-Schokoladenprodukte, die in Arlon gefertigt wurden, zurück . Betroffen sind davon unter anderem "Kinder" Überraschung, "Kinder" Mini Eggs, "Kinder" Überraschung Maxi 100g und "Kinder" Schokobons. Auf das Werk in Arlon entfallen Unternehmensangaben zufolge rund 7 Prozent des Gesamtvolumens der jährlich weltweit hergestellten Kinderprodukte.

Ferrero hatte zuvor bekannt gegeben, dass Salmonellen bereits am 15. Dezember 2021 in dem Werk entdeckt wurden. Salmonellen seien in einem Sieb am Auslass von zwei Rohstofftanks festgestellt worden. Die daraus gefertigten Produkte seien daraufhin zurückgehalten worden. Der Filter sei ausgetauscht und Kontrollen der unfertigen und fertigen Produkte seien gesteigert worden.

Ferrero räumt Fehler im Umgang mit Produktrückrufen ein

Zugleich räumte Ferrero Fehler im Umgang mit den Rückrufen einiger Produkte ein. So habe es "interne Ineffizienzen" gegeben, "die dafür sorgten, dass es Verzögerungen bei den Rückrufen und beim Informationsaustausch gab". Deshalb seien die Untersuchungen zu dem Fall nicht so schnell und effizient wie nötig durchgeführt worden, hieß es der Mitteilung, aus der die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos zitierten.

"Ferrero ist zutiefst betrübt darüber, was passiert ist", hieß es in der Mitteilung der Konzernzentrale in Alba in der italienischen Region Piemont weiter. Nach dem Vorfall werde alles Mögliche getan, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren.

Zugleich kündigte das Unternehmen an, wie schon in anderen Ländern auch in Italien jene Süßigkeiten zurückzurufen, die in dem Werk in Belgien gefertigt worden waren. In Italien seien keine Fälle von Salmonellen in Verbindung mit Ferrero-Produkten aufgetreten, hieß es.

rei/dpa-afx