Ferran Reverter geht Der Chef von MediaMarkt und Saturn wirft hin

Lieber FC Barcelona als MediaMarktSaturn: Ferran Reverter will seinen Vertrag nicht verlängern. Da der Mutterkonzern Ceconomy die Kette komplett schlucken wird, bietet die Personalie die Chance, eine einheitliche Führungsstruktur aufzubauen.
Elektronikartikel in der Pandemie gefragt: Aktuell leiden MediaMarkt und Saturn trotz eines boomenden Online-Geschäfts unter den Folgen der Corona-Krise

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Foto: Armin Weigel / DPA

Bei Europas größter Elektronikhandelskette MediaMarktSaturn wirft der bisherige Chef Ferran Reverter (48) das Handtuch. Der spanische Manager wolle keine Verlängerung seines im Oktober auslaufenden Vertrags, teilte der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn, Ceconomy, am Sonntag mit. Nun gehe er mit Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat zum 30. Juni. Reverter werde in seiner Heimatstadt CEO des FC Barcelona und erfülle sich einen Lebenstraum, sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann. Der Fußballclub hatte am Abend Joan Laporta zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt, an dessen Seite Reverter die Geschäfte des Clubs führen soll.

Für Ceconomy-Aufsichtsratschef Thomas Dannenfeldt (54) bietet die Personalie auch eine Chance - denn die Düsseldorfer Holding will die Elektronikhandelsketten komplett übernehmen. Dann soll es eine einheitliche und damit einfachere Führungsstruktur geben.

Will seinen Vertrag nicht verlängern: Der Spanier Ferran Reverter war im Oktober 2018 an die Spitze von MediaMarktSaturn berufen worden

Will seinen Vertrag nicht verlängern: Der Spanier Ferran Reverter war im Oktober 2018 an die Spitze von MediaMarktSaturn berufen worden

Foto: DPA

Ferran Reverter hatte zunächst in seiner spanischen Heimat Karriere bei Media Markt und Saturn gemacht und war im Oktober 2018 an die Spitze der Elektronikhandelsketten berufen worden. In der Zentrale in Ingolstadt hatte er die Digitalisierung vorangetrieben und die Strukturen in Einkauf und Logistik vereinfacht. Insider hatten ihm auch Ambitionen auf den Chef-Posten bei Ceconomy nachgesagt. An der Spitze der Düsseldorfer Holding steht als Interims-Chef der ehemalige Beiersdorf-Manager Bernhard Düttmann. Sein Vertrag endet im Oktober. Dannenfeldt muss nun eine personelle Lösung für die neue Struktur des Händlers finden.

Denn Ceconomy schluckt MediaMarktSaturn komplett, die Hauptversammlung der Düsseldorfer Holding hatte die Transaktion erst im Februar gebilligt. Im Gegenzug steigt die bisherige Minderheitseignerin der Elektronikhandelskette, die streitbare Familie Kellerhals, direkt bei Ceconomy ein und wird mit über 25 Prozent größter Einzelaktionär. Mit der Transaktion sollen auch Doppelstrukturen zwischen Ingolstadt und Düsseldorf wegfallen.

Aktuell leiden MediaMarkt und Saturn trotz eines boomenden Online-Geschäfts unter den Folgen der Corona-Krise. Zahlreiche Filialen mussten vorübergehend die Pforten schließen. Media Markt und Saturn betreiben als größte Elektronikhandelskette in Europa mit über 47.000 Mitarbeitern mehr als 1000 Märkte, 420 davon in Deutschland.

rei, ak/Reuters
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