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Roger Federer: Nikes Schuh-Coup bei den US Open

Foto: AL BELLO/ AFP

Federers Schuhe Erfolgreich mit Nike und Mike

Den werbewirksamen Auftritt im US-Open-Finale hat Roger Federer verpasst. Allerdings haben der Schweizer und sein Ausrüster Nike bereits in Runde 1 für den Marketing-Coup des Turniers gesorgt - dank eines prominenten Gasts am Spielfeldrand.

Hamburg - Auf einmal ist das Spiel nur noch Nebensache. Auf dem Platz in Flushing Meadows spielt Roger Federer sein erstes Match der US Open, doch der US-Sportsender ESPN zeigt stattdessen eine Reporterin auf der Tribüne. Zu interessant ist der große Mann im weißen Hemd neben ihr. Was er vom größten Tennis-Stadion der Welt halte, fragt sie. Unglaublich sei es hier, antwortet Michael Jordan - und versilbert mit dem kurzen TV-Auftritt einen ohnehin lukrativen Werbe-Coup seines Arbeitgebers Nike . Denn bereits die nächste Frage gilt Roger Federers Schuhen.

Jordan ist Nikes bestes Pferd im Stall. Auch zehn Jahre nach dem Ende seiner Karriere zahlt das Unternehmen dem "großartigsten Basketballer aller Zeiten" (so heißt es in seinem Portrait auf der Website der US-Basketball-Liga NBA) 90 Millionen Dollar im Jahr - und macht gleichzeitig 2,3 Milliarden mit Jordan-Produkten. Air Jordans sind die bekanntesten Basketballschuhe der Welt, regelmäßig bringt Nike neue Modelle heraus. Nun trägt Roger Federer bei den US Open ein selbstgestaltetes Paar Jordan-Sneaker an den Füßen.

Wird Roger der nächste Michael?

Nike nennt solche Projekte "demand creation": Superstars schaffen Nachfrage für immer neue Variationen eigentlich etablierter Produkte. Zugpferde sind etwa Michael Jordan und LeBron James, Jordans Nachfolger als größter Star im US-Basketball. Ihre Namen schmücken dutzende Schuhmodelle, T-Shirts und Sporthosen. Junge Sportler kaufen sie, um ihren Idolen ähnlicher zu sein. Auch Sportschuh-Enthusiasten decken sich laufend mit neuen Basketballstiefeln ein.

Nun scheint Nike seine Tennis-Ikone Federer in den nächsten "demand creator" verwandeln zu wollen. Dessen erster eigener Schuh basiert auf einem Basketball-Treter, neben Jordans bekannter Sprung-Silhouette trägt das weiß-graue Schuhwerk auch Federers RF-Logo. Verschiedene Beobachter spekulieren nun, ob Nike mit dem Schweizer ähnlich große Pläne wie mit Jordan hat. Tennis spricht viele Sportler der attraktiven Zielgruppe zwischen 20 und 40 an, schreibt etwa die Wirtschaftswebsite Quartz .

Diese Sport-Enthusiasten seien mit Federer-Siegen auf den Tennisplätzen der Welt großgeworden und könnten seine Produkte die nächsten 30 Jahre lang tragen - genau so, wie Basketballfans in aller Welt auch heute noch von den Auftritten ihres Idols Jordan schwärmen, während sie seine Schuhe tragen.

Schuhe in Minuten ausverkauft

Konkrete Pläne mit Federer hat Nike zwar noch nicht enthüllt. Wesentlich erfolgreicher hätten sie das erste Paar RF-Schuhe aber nicht vermarkten können. Kurz vor Federers erstem Match hat das Unternehmen bei Youtube ein Video veröffentlicht, in dem Federer und Jordan über ihre Schuhkooperation sprechen. Durch Jordans Auftritt am Spielfeldrand haben es die Schuhe dann nicht nur auf ESPN, sondern in viele US-Medien geschafft - zumal das Match selbst, gegen den Australier und Weltranglisten-76. Marinko Matosevic, für erwartungsgemäß wenig Gesprächsstoff sorgte.

Die Folge: Federers Schuhe waren nach wenigen Minuten ausverkauft - zwar in limitierter Stückzahl, aber immerhin für 200 Dollar das Paar. Die nächste Charge wird bereits produziert.

Bei zukünftigen Modellen muss Federer dann allerdings zeigen, dass er auch ohne Michael Jordan zum "demand creator" taugt.

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