Donnerstag, 14. November 2019

Kaffee und mehr Familie Reimann will acht Milliarden Dollar in Haustiere investieren

Katze, Hund und Co.: Der Markt für Veterinärmedizin ist ein schnell wachsendes und lukratives Geschäftsfeld

Die Milliardärsfamilie Reimann baut ihre Aktivitäten im Bereich der Tiermedizin weiter aus. Ihre Beteiligungsholding JAB will bei Investoren bis zu acht Milliarden Dollar einsammeln, um sich ein Polster für Zukäufe im Konsumsektor zu schaffen. Es gehe unter anderem um eine Expansion in den Bereichen Haustierpflege und Tierkliniken, berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Die Holding JAB habe bereits begonnen, Investoren anzusprechen - darunter Staatsfonds, Universitäten mit Stiftungsvermögen und Vermögensberater von reichen Familien. Das Geld solle in den Konsumgüter-Fonds fließen, den JAB 2014 gegründet hatte. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Bereits im Februar dieses Jahres ist JAB bei der US-amerikanischen Tierklinikkette Compassion First eingestiegen. Beobachter gingen schon damals davon aus, dass dies nur der erste Baustein für den Aufbau eines neuen Tiersegments darstellen könnte. Schließlich ist das Veterinärgeschäft der Ratingagentur Moody's zufolge ein schnell wachsendes und lukratives Geschäftsfeld, das jährlich um 4 bis 5 Prozent wächst und deutlich weniger reguliert als andere Segmente des Gesundheitsbereiches.


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Das Vermögen der Familie Reimann wird vom manager magazin auf 33 Milliarden Euro geschätzt. Sie war mit dem Reinigungs- und Waschmittelkonzern Benckiser reich geworden. An der in London gelisteten Reckitt Benckiser ("Calgon", "Kukident") hält sie noch 15 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte sie ihre Kapitalanlagen stark diversifiziert, unter anderem mit dem Einstieg in den US-Kosmetik- und Parfümkonzern Coty. Dort lief es zuletzt allerdings weniger gut.

mg/rtr

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