Modehändler Zalando holt Ex-Telekom-Chef Ricke in den Aufsichtsrat

Rückkehr eines bekannten Gesichts beim Online-Modehändler Zalando: Der frühere Deutsche-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke wird Mitglied im Aufsichtsrat. Der 52-Jährige tritt die Nachfolge von Holtzbrinck-Manager Martin Weber an.
Wird Aufseher bei Zalando: Ex-Telekom-Chef Kai Uwe Ricke,

Wird Aufseher bei Zalando: Ex-Telekom-Chef Kai Uwe Ricke,

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Der 52-jährige Ricke, der die Deutsche Telekom  vier Jahre bis 2006 führte, werde im Kontrollgremium die Nachfolge von Martin Weber antreten, teilte Zalando am Mittwoch mit. Weber ist Manager beim Verlag Holtzbrinck - einem der ersten Zalando-Investoren.

Da das Versandhaus sich wie angekündigt die Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft SE gibt, ziehen zudem drei Vertreter der Arbeitnehmer in das Gremium ein: Christine de Wendel für Frankreich, Christoph Stark aus dem Logistik-Bereich und Benjamin Krümel aus dem Mode-Einkauf.

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Anfang Mai hatte es in Finanzkreisen geheißen, dass das Berliner Unternehmen die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs mandatiert habe, um einen Börsengang im September vorzubereiten.

Zalando gilt schon länger als Kandidat für einen Börsengang in diesem Jahr. Die schwedische Beteiligungsfirma Kinnevik, die mit 36,5 Prozent größter Zalando-Gesellschafter ist, hatte ihren Anteil zuletzt mit knapp 1,4 Milliarden Euro bewertet. Auf dieser Basis wäre der Online-Händler fast 3,8 Milliarden Euro wert.

Allerdings schreibt der Onlinehändler nach wie vor deutliche Verluste. Der Umsatz stieg 2013 jedoch um 52 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro.

Die 2008 von Robert Gentz und David Schneider mit Kapital der Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Zalando war durch den Werbeslogan "Schrei vor Glück" populär geworden. Weitere Zalando-Miteigentümer sind der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann sowie der kanadische Pensionsfonds OTPP. Zalando konkurriert unter anderem mit dem britischen Online-Händler Asos und dem Branchenprimus Amazon.

mihec/rtr
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