Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Boni Ex-Aufsichtsräten und Vorständen von Arcandor droht Anklage

Thomas Middelhoff: Dem Ex-Chef von Arcandor droht ein neues Verfahren wegen Untreue, ebenso wie neun ehemaligen Aufsichtsräten des Handelskonzerns. Darunter ist auch der Ex-Oppenheim-Banker Friedrich Carl Janssen. Es geht um Prämien und Abfindungen in Höhe von insgesamt 13,3 Millionen Euro

Thomas Middelhoff: Dem Ex-Chef von Arcandor droht ein neues Verfahren wegen Untreue, ebenso wie neun ehemaligen Aufsichtsräten des Handelskonzerns. Darunter ist auch der Ex-Oppenheim-Banker Friedrich Carl Janssen. Es geht um Prämien und Abfindungen in Höhe von insgesamt 13,3 Millionen Euro

Foto: DPA

Hamburg - 16 ehemaligen Aufsichtsräten und Vorständen des 2009 in die Insolvenz gegangenen Handelskonzerns Arcandor (Karstadt, Quelle, Thomas Cook) droht eine Anklage wegen Untreue beziehungsweise der Beihilfe hierzu. Wie das manager magazin (Erscheinungstermin: 21. August) berichtet, ermittelt die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität wegen üppiger Boni und Abfindungen in Höhe von insgesamt 13,35 Millionen Euro, die angesichts der seit 2004 drohenden Insolvenz ungerechtfertigt gewesen seien.

Neun ehemalige Aufsichtsratsmitglieder - darunter die früheren Vorsitzenden Hero Brahms und Friedrich Carl Janssen sowie vier Arbeitnehmervertreter - werden der Untreue beschuldigt, weil sie die Prämien für die Jahre 2005 bis 2008 gewährt hätten, berichtet das manager magazin.

Der Beihilfe beschuldigt würden sieben Ex-Vorstände, weil sie die Zahlungen akzeptiert hätten. Zu ihnen gehören der einstige Konzernchef Thomas Middelhoff sowie die Topmanager Peter Wolf, Marc Oliver Sommer, Matthias Bellmann, Harald Pinger, Helmut Merkel und Peter Diesch.

Im Frühjahr 2015 bekamen die Verteidiger der Beschuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Betroffenen bestreiten die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft äußert sich nicht dazu, ob und wann Anklage erhoben wird.

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